Ärzte Zeitung online, 12.11.2008

Grünenthal-Chef Sebastian Wirtz tritt zurück

AACHEN (dpa). Der Geschäftsführer des Aachener Pharma-Unternehmens und früheren Conterganherstellers Grünenthal, Sebastian Wirtz, tritt zurück. Das teilte die Grünenthal GmbH am Dienstag mit. Wirtz habe das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, sagte eine Sprecherin. Zu den Gründen machte sie keine Angaben.

Der Beirat des Unternehmens danke Wirtz für seine Arbeit und seinen persönlichen Einsatz beim Thema Contergan, hieß es in der Mitteilung.

Wirtz hatte sich als erstes Mitglied der Unternehmerfamilie mit den Contergan-Opfern an einen Tisch gesetzt. Im Mai hatte er rund 50 Jahre nach dem Medizinskandal angekündigt, zusätzliche 50 Millionen Euro in die Conterganstiftung für behinderte Menschen einzuzahlen. Andererseits hatte Wirtz, der die Unternehmensleitung 2005 von seinem Vater übernommen hatte, versucht, mit juristischen Mitteln die Ausstrahlung des mittlerweile preisgekrönten WDR-Fernsehfilms "Eine einzige Tablette" zum Conterganskandal zu verhindern.

Die Grünenthal-Sprecherin betonte, das Unternehmen werde auch nach dem Ausscheiden von Wirtz unverändert beim Thema Contergan zu seiner Verantwortung stehen. Die Grünenthal-Geschäftsführung werde um einen Vorsitzenden (CEO) erweitert, der zugleich für das Thema Contergan zuständig sein soll. Der Name des neuen Vorsitzenden werde in Kürze bekannt gegeben, sagte die Sprecherin. Vor Sebastian Wirtz hatten der Vater und der Großvater das Unternehmen geführt.

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