Ärzte Zeitung online, 17.11.2008

Hat Firmen-Patriarch Merckle hohe Verluste am Aktienmarkt gemacht?

ULM (dpa). Der Ulmer Unternehmer und Milliardär Adolf Merckle, dessen Familie das Generika-Unternehmen ratiopharm gehört, hat nach Medienberichten mit der VW-Aktien hohe Verluste eingefahren.

Der laut "Forbes" fünftreichste Deutsche arbeite mit einem Bankenkonsortium an einer neuen Kreditvereinbarung für seine Investmentfirma VEM Vermögensverwaltung in Dresden, berichteten das "Handelsblatt", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Financial Times Deutschland" am Montag. Die Zeitungen beriefen sich auf Finanzkreise. Auch über den Verkauf von ratiopharm wurde spekuliert (wir berichteten).

Die Aktien von der zur Merckle-Gruppe gehörenden HeidelbergCement gaben am Montag kräftig nach. Es herrsche Sorge, dass die Familie, die einen Mehrheitsanteil an Deutschlands größtem Baustoffhersteller hält, verstärkt Aktien abstoßen könnte, um die Verluste zu finanzieren. Am Vormittag sanken die Titel des Zementherstellers um 16,20 Prozent auf 42,83 Euro und waren damit Schlusslicht im MDax.

Nach den Medienberichten soll Merckle auf einen fallenden Kurs der VW-Aktie gesetzt haben und durch den steilen Anstieg des Volkswagen-Kurses nach unterschiedlichen Quellen Verluste im dreistelligen Millionenbereich erlitten haben. Ratiopharm wollte sich dazu - ebenso wie die Investmentfirma VEM - nicht äußern.

Ende Oktober hatte eine Kursexplosion des VW-Papiers für Aufsehen gesorgt. Zeitweise erreichte die Aktie am 28. Oktober den Rekordstand von 1005,01 Euro - damit war Volkswagen kurzzeitig das teuerste Unternehmen der Welt. Die exorbitanten Kurszuwächse reichten aus, um den Leitindex Dax um mehr als elf Prozent ins Plus zu treiben. Spekulanten - vor allem Hedge-Fonds - machten Milliarden-Verluste, weil sie zuvor bei misslungenen Leerverkauf-Geschäften auf fallende Kurse gewettet hatten.

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