Ärzte Zeitung online, 19.11.2008

DGB: Zahl der Vollzeitstellen dramatisch gesunken

BERLIN (dpa). Die Zahl der Vollzeitstellen ist nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Vergleich zum Jahr 1995 drastisch gesunken. Im vergangenen Jahr habe sie um rund 2,5 Millionen unter dem Niveau von Mitte der 90er Jahre gelegen, berichtete die "Berliner Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf eine DGB-Studie.

Gleichzeitig habe sich das Gewicht zwischen Vollzeit und Teilzeit deutlich verschoben. Nach Angaben des DGB verzeichnete die Teilzeit 2007 Beschäftigungsgewinne von fast 40 Prozent, während jede zehnte Vollzeitstelle verloren gegangen sei. Besonders hart sei der Einbruch im Osten Deutschlands gewesen, wo jede vierte Vollzeitstelle wegfallen sei.

"Zugleich ist die Kluft zwischen hohen und niedrigen Einkommen gewachsen", stellte der DGB laut Zeitung in der Studie fest. Die Reallöhne der Geringverdiener sanken danach von 1995 bis Mitte 2000 um fast 14 Prozent, während das gut verdienende oberste Viertel Zuwächse von 3,5 Prozent verbucht habe.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts waren im dritten Quartal 40,5 Millionen Menschen erwerbstätig

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, waren im dritten Quartal dieses Jahres in Deutschland so viele Menschen wie noch nie einer Beschäftigung als Arbeitnehmer oder Selbstständiger nachgegangen. Von Juli bis September stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf rund 40,5 Millionen. Das waren 582 000 Personen oder 1,5 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Erwerbstätigkeit übertraf damit den bisherigen Höchststand aus dem 4. Quartal 2007 von rund 40,3 Millionen Personen.

Weniger Minijobber arbeiten in Privathaushalten

Immer weniger Minijobber arbeiten in Privathaushalten. Während die Zahl der Minijobber im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 0,5 Prozent auf 6,8 Millionen leicht gestiegen ist, ging die Zahl der geringfügig Beschäftigten in Privathaushalten im gleichen Zeitraum um 3,9 Prozent zurück.

Wie die Bochumer Minijob-Zentrale am Dienstag berichtete, gibt es bundesweit die meisten Minijobber in Bremen. Auf 1000 Einwohner kommen dort 100 Minijobber. Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit den geringsten Anteil an geringfügig Beschäftigten. Die Hälfte der Minijobber ist zwischen 30 und 55 Jahre alt. Besonders viele Minijobber gibt es im Einzelhandel, der Gastronomie, der Gebäudereinigung sowie im Garten- und Landschaftsbau.

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