Ärzte Zeitung online, 28.11.2008

Jetzt ist auch der Zigarettenverband gegen Schokozigaretten

BERLIN (dpa). Nach Verbraucherschützern und Krebsforschern haben sich einem Zeitungsbericht zufolge jetzt auch Zigarettenhersteller gegen Schoko- oder Kaugummizigaretten ausgesprochen. "Wir sind für einen aktiven Jugendschutz", sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Zigarettenverbandes, Marianne Tritz.

"Kinder und Jugendliche dürfen nicht über eine Schokoladen- oder Kaugummizigarette zum Rauchen verführt werden", sagte Tritz der "taz" (Samstagsausgabe): Es gebe bessere und schönere Formen, Schokolade und Kaugummi zu sich zu nehmen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (Heidelberg) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (Berlin) hatten ein Verbot von Zigaretten aus Schokolade oder anderen Süßigkeiten per Gesetz gefordert (wie berichtet). Bei Zwölfjährigen, die Schokozigaretten konsumierten, habe sich die Wahrscheinlichkeit, später selbst Raucher zu werden, unabhängig vom Rauchverhalten der Eltern verdoppelt, zitierten die Ärzte und Verbraucherschützer eine US-amerikanische Studie. Dafür waren 2005 und 2006 fast 26 000 Erwachsene befragt worden.

In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Finnland, Norwegen und Irland sind die Zigaretten-Süßigkeiten bereits verboten.

Nach Angaben der "taz" haben bisher Edeka und Kaisers/Tengelmann zugesagt, diese Süßwaren aus dem Sortiment zu nehmen. Der Kölner Süßwarenhersteller Hitschler International prüfe, ob er seine Kaugummizigaretten weiter herstellt.

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