Ärzte Zeitung online, 03.12.2008

Merckle verhandelt weiter über Ausweg aus Finanzmisere

ULM (dpa). Auch nach Ablauf eines Stillhalteabkommens mit rund 30 Banken dauern die Verhandlungen zur Rettung des in Finanznot geratenen Firmenimperiums des Ulmer Unternehmers und Milliardärs Adolf Merckle an. Wie eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwochmorgen mitteilte, werde weiter mit den Geldhäusern um eine Einigung gerungen.

Nach Schätzungen aus Bankenkreisen besteht ein Finanzierungsbedarf von 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro. Der Engpass bei Merckles Vermögensverwaltung VEM war aufgrund massiver Verluste im Wertpapiergeschäft und bei Spekulationen mit VW-Aktien entstanden. Ursprünglich sollte ein Stillhalteabkommen am Dienstag um 24.00 Uhr ablaufen (wie berichtet).

Die Familie Merckle bot bei den Gesprächen eigenen Angaben zufolge auch an, für eine Verlängerung der Kreditlinie "erhebliche Sicherheiten" und Einlagen aus ihrem privaten Vermögen einzubringen. Das Geld des Milliardärs steckt nach früheren Informationen aus Finanzkreisen überwiegend in seinen Beteiligungen, so dass er wohl mindestens eine davon verkaufen muss, um die Bankenforderungen bedienen zu können.

Bereits seit Wochen gibt es in diesem Zusammenhang Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Ulmer Generika-Herstellers ratiopharm. Nach Angaben der Muttergesellschaft VEM fordern mehrere Banken den Verkauf des Unternehmens.

Topics
Schlagworte
Unternehmen (10481)
Personen
Adolf Merckle (48)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »