Ärzte Zeitung online, 08.12.2008

Financial Times Deutschland: Merckles Verhandlungsbasis verschlechtert

HAMBURG (dpa). Die Verhandlungsposition des in Finanznot geratenen Milliardärs Adolf Merckle gegenüber den Banken hat sich nach Informationen der Zeitung "Financial Times Deutschland" verschlechtert. Grund ist laut dem Bericht, dass sich der Marktwert des Pharmaherstellers ratiopharm aufgrund von Einbußen im Geschäft mit Krankenkassen verringern werde. Das Unternehmen stellt günstige Medikamente her, für die der Patentschutz abgelaufen ist.

Der Konzern sei beim Wettbieten um Rabattverträge für solche Medikamente bei Deutschlands größter Krankenkasse AOK leer ausgegangen, berichtete die FTD (Montagausgabe). Die AOK habe am vergangenen Freitag ihre Zuschläge für 63 von insgesamt 64 Wirkstoffen mit einem Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden Euro an Pharmaunternehmen erteilt.

ratiopharm ist für den schwäbischen Unternehmer Merckle ein milliardenschweres Pfand bei seinen Verhandlungen mit Kredit gebenden Banken. Der Milliardär kämpft gegen die drohende Zahlungsunfähigkeit seiner Familienholding VEM Vermögensverwaltung, zu der auch Heidelberg Cement und der Pharmagroßhändler Phoenix zählen. Die Banken drängen Merckle zum Verkauf ratiopharms. Das Ulmer Unternehmen dürfte nach dem Bericht bei einem Umsatz von zuletzt 1,8 Milliarden Euro im Falle eines Verkaufs bislang etwas über 3 Milliarden Euro wert gewesen sein.

Der Engpass bei Merckles Vermögensverwaltung VEM war aufgrund massiver Verluste im Wertpapiergeschäft und bei Spekulationen mit VW-Aktien entstanden. Nach Schätzungen aus Bankenkreisen besteht ein Finanzierungsbedarf von 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro. Weitere Quellen sprechen davon, dass auf VEM mindestens Schulden in Höhe von drei bis fünf Milliarden Euro lasten.

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