Ärzte Zeitung online, 29.12.2008

Zusatzversicherungen gewinnen für Privatversicherer an Bedeutung

KÖLN (iss). Für die privaten Krankenversicherer (PKV) werden Zusatzversicherungen immer wichtiger. Angesichts des Rückgangs bei der Zahl neu verkaufter Vollversicherungen konzentrieren sich 70 Prozent der Anbieter auf die Gewinnung von Neukunden in der Zusatzversicherung.

Das zeigt eine Untersuchung der Beratungsfirma Steria Mummert Consulting und des FAZ-Instituts. Im Jahr 2006 setzten rund 50 Prozent vor allem auf die Zusatzversicherung.

Für den "Branchenkompass 2008 Versicherungen" hatten sie 100 Entscheider aus großen deutschen Versicherungsunternehmen zu Investitionszielen und ihrer Marktpolitik bis 2011 befragt. Darunter waren 20 Vertreter der PKV.

Nach der Untersuchung investiert bereits jede fünfte PKV-Gesellschaft in die Entwicklung neuer Zusatzversicherungsangebote für gesetzlich Versicherte. Dabei gehe es nicht nur um neue Policen, sondern auch um die Veredelung vorhandener Produkte durch mehr Qualität und Service, so Steria Mummert.

Aufgrund der schwindenden Bedeutung der Vollversicherung, mit der die Branche bisher über 70 Prozent der Prämieneinnahmen generierte, sind die Wachstumsprognosen der Versicherer eher verhalten. Mehr als die Hälfte der Top-Entscheider geht heute von Umsatzrückgängen oder höchstens stagnierenden Geschäften aus. Bei einer Befragung vor drei Jahren war das nur jeder Vierte.

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