Ärzte Zeitung online, 06.01.2009

Datenschützer werfen Daimler Verstöße im Umgang mit Krankheitsdaten vor

STUTTGART (dpa). Der Stuttgarter Autokonzern Daimler ist nach Angaben von Datenschützern zu lax mit Informationen von Mitarbeitern umgegangen. Um etwa Fehlzeiten wegen Krankheit zu verringern, seien im Werk in Stuttgart-Untertürkheim ärztliche Diagnosen und Krankheitsursachen von Mitarbeitern abgefragt worden, die nicht hätten erhoben werden dürfen, teilte die Aufsichtsbehörde für den Datenschutz im nichtöffentlichen Bereich am Montag mit.

Der Konzern dankte unterdessen für die gewonnene "Rechtsklarheit" und versprach am Dienstag Nachbesserungen. Einige dieser Daten seien mit Führungskräften, Vertretern der Personalabteilungen und anderen diskutiert worden. Die betroffenen Mitarbeiter seien darüber vorab nicht informiert worden. Überdies hätten an den Gesprächsrunden auch Menschen teilgenommen, die nach Auffassung der Behörde nicht hätten teilnehmen dürfen.

Das "Gesundheits- und Fehlzeitenmanagement" genannte Verfahren bei Daimler geht nach Auskunft der Datenschützer auf eine Erklärung von Werksleitung und Betriebsrat aus dem Jahr 2003 zurück. Vorgesehen sind Mitarbeitergespräche nach längerer oder wiederholter Krankheit. Damit sollten Fehlzeiten verringert und Mitarbeiter nach Krankheiten auch besser wieder eingegliedert werden.

Daimler wies darauf hin, dass es sich bei den Verstößen um Einzelfälle im Werk Untertürkheim handele. "Das Unternehmen wird selbstverständlich die im Prüfbericht geforderten Anpassungen vornehmen", teilte eine Sprecherin von Daimler mit.

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