Ärzte Zeitung online, 16.01.2009

Edeka nimmt Lieferanten in die Pflicht: Weniger Pestizide

HAMBURG/BERLIN (dpa). Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka will Lieferanten schadstoffbelasteter Früchte stärker in die Pflicht nehmen. Das Fruchtkontor des Unternehmens habe in den vergangenen Monaten eine Rückstandsdatenbank aufgebaut, die es ermögliche, "Schwarze Schafe" zu identifizieren.

Sorglosigkeit im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sei für Edeka nicht akzeptabel, teilte der Vorstandschef der Hamburger Edeka AG, Markus Mosa am Freitag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin mit. Mit einem Brief seien rund 1000 Produzenten aufgefordert worden, besonders kritische Wirkstoffe deutlich zu reduzieren.

Grundlage der Edeka-Forderungen sei eine gemeinsam mit dem Freiburger Öko-Institut erarbeitete Risikoliste. Darin werden Wirkstoffe toxikologisch bewertet und in die Kategorien "unbedenklich (grün)", "kritisch (gelb)" und "besonders kritisch (rot)" unterteilt. Vor allem die als "rot" eingestuften Wirkstoffe müssten künftig reduziert werden, fordert die Unternehmenszentrale.

Lieferanten, die gegen die Anforderungen verstoßen, drohen Konsequenzen. Seit Start der Datenbank vor einem Jahr seien bereits 12 500 Proben eingespeist worden. Rund 20 Unternehmen seien zeitweilig von der Warenlieferung ausgeschlossen worden. In diesem Jahr sollen rund 20 000 Proben von externen und internen Analysen in die Datenbank einfließen.

In den vergangenen Jahren waren deutsche Lebensmittelhändler bei Kontrollen von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen wegen zu hoher Pestizidrückstände in Obst und Gemüse regelmäßig in die Kritik geraten. Erst kürzlich hatte Edeka angekündigt, sein Fischangebot so umzustellen, dass nur noch Ware aus nachhaltiger Produktion verkauft wird.

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