Ärzte Zeitung online, 19.01.2009

Bundesbank: Keine Anzeichen für Kreditklemme wegen Finanzmarktkrise

FRANKFURT/MAIN (dpa). Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat entgegen anderslautender Befürchtungen nach Einschätzung der Bundesbank bisher nicht zu einer Kreditklemme geführt.

Zwar seien auch deutsche Banken wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der düsteren Konjunkturaussichten bei der Vergabe von Krediten vor allem an Unternehmen vorsichtiger. Alles in allem sei aber auf Basis der Daten "keine allgemeine Kreditverknappung zu konstatieren", schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

Banken wurde in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, Unternehmen zu wenig mit Krediten zu versorgen und damit die Rezession zu verschärfen. Aus vielen Branchen kamen Klagen, etliche Institute seien bei der Vergabe von Krediten strenger und zurückhaltender geworden.

Die Bundesbank stellt zwar fest: Die befragten Institute hätten nach eigenen Angaben seit Beginn der Finanzmarktkrise im Sommer 2007 "vor allem im Kreditgeschäft mit Unternehmen teilweise merkliche Verschärfungen ihrer Angebotskonditionen vorgenommen" - zuletzt spürbar nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September. Doch insgesamt seien die strengeren Regeln in Deutschland "hinter denjenigen für den gesamten Euro-Raum zurückgeblieben". Befragt wurden zunächst 17 deutsche Kreditinstitute, seit April 2008 nehmen 30 Institute an der vierteljährlichen Umfrage zum Thema Kredite teil.

Auch bei Krediten an private Verbraucher für Hausbau oder Konsum schauen die Banken in der Krise genauer hin. Wegen des Wettbewerbs um Privatkunden konnten Verbraucher aber zum Teil sogar von weiteren Lockerungen der Vergabestandards profitieren.

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