Ärzte Zeitung, 22.01.2009

Oldenburg will Bachelor-Studiengang Medizin

Uni erwartet eine Kostenersparnis von bis zu 30 Prozent zu vergleichbaren Studiengängen

OLDENBURG (cben). Jährlich rund 5,72 Millionen Euro soll der Medizinstudiengang kosten, den die Universität Oldenburg in grenzüberschreitenden Kooperation mit der Rijksuniversiteit im niederländischen Groningen als Bachelor- und Masterstudiengang plant.

Das erklärte der Universitäts-Vizepräsident für Forschung, Professor Dr. Reto Weiler, im niedersächsischen Oldenburg. Die neue Fakultät würde mit acht Professoren inklusive Ausstattung und 50 wissenschaftlichen Mitarbeitern arbeiten. Kostenpunkt: voraussichtlich 3,75 Millionen Euro im Jahr, so der Vizepräsident.

Mit den Kosten für Miete, Bibliothek, Medien, Forschungsmitteln und sonstigen Posten summiere sich der Betrag für das Land Niedersachsen auf geschätzte 5,72 Millionen Euro im Jahr. "Mit diesen Beträgen liegen wir um 30 Prozent unter den Kosten, die ein herkömmlicher Studiengang gleicher Größe der Medizin in Deutschland kosten würde", sagte ein Sprecher der Universität zur "Ärzte Zeitung".

Die Einführung des neuen Studienganges ist für das Wintersemester 2011 / 2012 geplant. "Ein früherer Zeitpunkt ist kaum realistisch", sagte der Vizepräsident. Allerdings: Der Wissenschaftsrat in Hannover hat das Projekt noch nicht bewilligt.

"Der Ball ist im Spiel. Jetzt heißt es Abwarten", sagte ein Sprecher des niedersächsischen Forschungsministeriums. Immerhin wäre Oldenburg die erste Deutsche Universität, die Ärzte als "Bakkalaureus" oder Master verlassen würden. "In anderen europäischen Staaten ist das längst gang und gäbe", sagte der Uni-Sprecher. Anfangs sollen sich 20 Studierende einschreiben können, hieß es. Den Bachelorstudiengang können die angehenden Ärzte in Oldenburg oder Groningen durchlaufen und abschließen.

Den anschließenden Masterstudiengang belegen sie an der "European Medical School Oldenburg-Groningen". Die Lehrveranstaltungen finden dann sowohl in Oldenburg als auch in Groningen statt. Mit dem Masterabschluss kann die Approbation beantragt werden.

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