Ärzte Zeitung online, 21.01.2009

Geistig fit im Beruf - wie das geht, steht in einer neuer Broschüre

DORTMUND (eb). Der Verlust geistiger Leistungsfähigkeit im Alter ist selten ein unabwendbares Schicksal. Dies macht die INQA Broschüre "Geistig fit im Beruf" deutlich, die jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) herausgegeben wurde. Auf der Grundlage aktueller Daten räumt die Broschüre mit dem Vorurteil auf, ältere Beschäftigte seien weniger kreativ, lern- und geistig leistungsfähig als jüngere. Zugleich weist sie Wege auf, um das geistige Potenzial Älterer zu fördern und zu erhalten.

Die Zahl der älteren Beschäftigten in den Betrieben steigt auch in den nächsten Jahren weiter an. Gleichzeitig stellt die Arbeitswelt immer größere Anforderungen an die geistige Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) förderte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das "Programm zur Förderung und zum Erhalt intellektueller Fähigkeiten für ältere Arbeitnehmer (PFIFF)". Das von der BAuA wissenschaftlich begleitete Projekt hat das Ziel, Handlungsempfehlungen für eine altersgerechte Arbeitsgestaltung zu erarbeiten, die sich positiv auf die geistige Fitness Älterer auswirkt.

Die jetzt erschienene Broschüre vermittelt erste Ergebnisse des Projektes auf verständliche Weise, gibt Tipps und Handlungsanweisungen. Eine wesentliche Aussage besteht darin, die Arbeit so zu gestalten und zu organisieren, dass älter werdende Beschäftigte durch die berufliche Tätigkeit geistig hinreichend gefordert und damit auch gefördert werden. Monotone Arbeit, die den Menschen zum Maschinenanhängsel degradiert, lässt auch die grauen Zellen verkümmern. Hingegen regt anspruchsvolle und komplexe Arbeit an und kann dem Abbau geistiger Fähigkeiten vorbeugen. Die Broschüre zeigt Aspekte und Formen einer solchen Arbeitsorganisation auf.

Zu den anderen Faktoren, die die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen, gehören Stress, Bewegung, Ernährung und geistige Herausforderungen. Auch wenn eine gute Arbeitsorganisation Stresssituationen verringern kann, lassen sie sich nicht gänzlich ausschließen.

Auch Angebote des betrieblichen Stressmanagements können dazu beitragen, negativen gesundheitlichen Folgen durch Stress entgegen zu wirken. Ein sportlich aktiver Lebensstil verbessert gerade im mittleren und höheren Alter das Gedächtnis und die geistige Leistungsfähigkeit, während er depressive Symptome vermindert. Dabei müssen keine olympischen Rekorde gebrochen werden.

Regelmäßige und moderate sportliche Aktivitäten haben einen viel besseren Effekt. Eine abwechslungsreiche ausgewogene Ernährung verbessert die Chancen, geistig auf der Höhe zu bleiben. Dazu gehören reichlich Obst und Gemüse, aber auch fetter Fisch und Fleisch. Selbst Kaffee und ein bis zwei Gläser Rotwein wirken sich positiv aus.

Was für die Muskeln gilt, gilt auch für das Gehirn. Ohne Training, auch in Form von Lernen, lässt die geistige Leistung nach. Statt medialer Dauerberieselung aus dem TV sollte besser ab und zu ein Buch gelesen werden. Aber auch Spiele wie Scrabble, Bridge oder Memory helfen gegen das unfreiwillige Vergessen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Konzepte für Gehirntraining. Das PFIFF-Projekt arbeitet mit dem Mentalen Aktivierungstraining der Gesellschaft für Gehirntraining (GfG).

Außerdem stellt die Broschüre noch das Workshop-Konzept des Projektes vor, mit dem die Ergebnisse Eingang in die betriebliche Praxis finden sollen. Neben der GfG gehören das Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund, die Ruhr-Universität Bochum, ISE/eurom sowie die Adam Opel AG, Bochum zu den Projektpartnern.

Die in kleinen Mengen kostenlose Broschüre "Geistig fit im Beruf!" kann bezogen werden über das Informationszentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Postfach 17 02 02, 44061 Dortmund, Telefon 0231 / 90 71 20 - 71, Fax: - 70,

E-Mail: info-zentrum@baua.bund.de

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