Ärzte Zeitung, 27.01.2009

Biotechnologie-Branche verliert etwas an Schwung

Jedes zweite Unternehmen will 2009 neues Personal einstellen / Ein Drittel hofft auf ein besseres Geschäft

BERLIN (dpa). Die deutsche Biotechnologie-Branche erwartet auch in diesem Jahr eine günstige Entwicklung - wenn auch mit gebremstem Schwung.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen machten sich um die Finanzierung ihrer Projekte Sorgen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsverbandes BIO Deutschland, Peter Heinrich, in Berlin.

Wagniskapital sei seit Mitte 2008 deutlich schwieriger zu erhalten. Kleinere börsennotierte Unternehmen könnten sich kaum noch per Kapitalerhöhung frisches Geld beschaffen. Sie suchten deshalb Partnerschaften mit großen Pharmakonzernen.

Trotz des schwierigen Umfelds wollen 41 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung in diesem Jahr erhöhen und lediglich neun Prozent verringern. Das ergab eine Mitte Dezember abgeschlossene Umfrage des Verbandes bei 189 Biotech-Firmen.

Heinrich sagte, um international in der Spitzengruppe zu bleiben, brauchten die deutschen Biotech-Firmen in den kommenden drei Jahren mindestens eine Milliarde Euro an privaten Finanzmitteln.

Immerhin ein Drittel (33 Prozent) der Unternehmen gab an, eine günstigere Geschäftslage als derzeit zu erwarten. Die Hälfte (49 Prozent) rechnet mit einem gleich bleibenden Geschäft, knapp ein Fünftel (18 Prozent) mit einem schwächeren.

In der Biotechnologie in Deutschland waren im vorigen Jahr knapp 30 000 Menschen beschäftigt. 50 Prozent der Unternehmen wollen 2009 neue Mitarbeiter einstellen. Einen Stellenabbau planen lediglich elf Prozent.

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