Ärzte Zeitung online, 23.01.2009

EU sucht weiter nach Kompromiss für maximale Wochenarbeitszeit

LUHACOVICE, TSCHECHIEN (dpa). Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft will im Streit um eine einheitliche Regelung der maximal zulässigen Wochenarbeitszeit mit dem EU-Parlament nach Kompromissen suchen. Dies gab der tschechische Arbeits- und Sozialminister Petr Nacas nach einem informellen Treffen mit seinen EU-Amtskollegen im tschechischen Luhacovice am Freitag bekannt.

Prag erwarte, Anfang Februar vom EU-Ministerrat für die Verhandlungen ein förmliches Mandat zu erhalten.

EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla sagte, die EU-Kommission in Brüssel werde in den nächsten Wochen eine Stellungnahme zu dem Thema abgeben. "Den Status quo zu belassen, ist nicht die beste Lösung", sagte Spidla. Zuletzt war eine Neufassung der sogenannten Arbeitszeit-Direktive im Dezember vom EU-Parlament abgelehnt worden.

Die Abgeordneten hielten an der 48-Stunden-Woche als maximale Arbeitszeit fest, während der EU-Ministerrat in Ausnahmefällen bis zu 60 Stunden erlauben wollte, um der Wirtschaft flexible Lösungen zu ermöglichen. Necas sagte, er strebe mit Unterstützung der Europäischen Kommission eine Einigung noch vor den Wahlen zum Europaparlament im Juni an.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »