Ärzte Zeitung online, 27.01.2009

Banken favorisieren angeblich Ex-Banker als Merckle-Treuhänder

ULM (dpa). Der ehemalige Vizechef der DG Bank, Karl-Herbert Schneider-Gädicke, ist laut einem Pressebericht Favorit für das Amt des Treuhänders zur Verwertung des Vermögens der Merckle- Firmengruppe. Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Dienstag unter Berufung auf Finanzkreise.

Die zur Merckle-Gruppe gehörende VEM Vermögensverwaltungsgesellschaft wollte dies nicht kommentieren. Es gebe nichts neues in Bezug auf einen Treuhänder, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Banken tun sich nach Zeitungsangaben schwer damit, einen Verwalter für das Merckle-Imperium zu bestimmen. Kandidaten wie der prominente Insolvenzverwalter Jobst Wellensiek sollen abgeschmettert worden sein. "Eine Bank macht einen Vorschlag, eine andere ist dagegen", sagte ein Insider der FTD. Schneider-Gädicke war viele Jahre stellvertretender Vorstandschef der DG Bank - vor deren Fusion mit der GZ-Bank zur DZ Bank. Er legte das Amt im März 1990 nieder.

Die Gruppe des Anfang des Monats gestorbenen Industriellen Adolf Merckle war Ende vergangenen Jahres in eine finanzielle Schieflage geraten. Auf Druck der Gläubigerbanken muss die Familie sich nun von einem Teil ihrer Firmen trennen. Neben dem Baustoffkonzern HeidelbergCement gehört der Arzneimittelhändler Phoenix dazu sowie der Generikahersteller ratiopharm.

Der 77-jährige Schneider-Gädicke hat Erfahrung in der Zementbranche und in der Pharmaindustrie gesammelt. Er leitet heute noch den Aufsichtsrat von Teutonia Zement, einer HeidelbergCement-Tochter. Er war zudem Aufsichtsrat der Anneliese Zementwerke, bevor diese mit HeidelbergCement verschmolzen wurden. Über Erfahrungen in der Arzneimittelbranche verfügt er auch, Schneider-Gädicke war vor rund 20 Jahren Aufsichtsrat des Pharmahändlers Anzag.

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