Ärzte Zeitung online, 04.02.2009

Starker Franken belastet Roche 2008 - schwächeres Umsatzwachstum in 2009 erwartet

BASEL (dpa). Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat 2008 einen überraschend hohen Gewinnrückgang verbucht und stellt sich auf ein schwächeres Umsatzwachstum ein (wie vorab berichtet). Als Grund für die Einbußen nannte das Unternehmen den starken Franken und einen geringeren Finanzertrag.

Unter dem Strich sei der Konzerngewinn um fünf Prozent auf 10,8 Milliarden Franken (ca. 7,2 Milliarden Euro) gefallen, teilte Roche am Mittwoch in Basel mit. "Die Bedingungen an den Finanzmärkten werden auch 2009 schwierig bleiben", sagte Finanzvorstand Erich Hunziker in einer Telefonkonferenz.

Der Umsatz des Konzerns sank währungsbedingt um ein Prozent auf 45,6 Milliarden Franken (ca. 30,6 Milliarden Euro). In lokalen Währungen gab es allerdings ein Plus von sechs Prozent. Ähnliche Erlössteigerungen in lokalen Währungen erwartet die Roche-Gruppe auch für 2009. 79 Prozent der Umsätze entfielen auf die Sparte Pharma, 21 Prozent auf die Division Diagnostics.

Das Wachstum im Kerngeschäft habe die erwarteten Rückgänge beim Verkauf des Grippemittels Tamiflu® (Oseltamivirphosphat), das vor allem im Zusammenhang mit der Vogelgrippe ein wichtige Rolle spielte, mehr als wettmachen können, hieß es. Der Umsatz mit Tamiflu® sank um 1,6 Milliarden Franken (rund 1,07 Milliarden Euro), da Regierungen wesentlich weniger Vorräte zur Pandemievorsorge bestellt hatten.

Der Pharma-Umsatz zog dank der anhaltend starken Nachfrage nach Krebsmedikamenten wie MabThera®/Rituxan® (Rituximab) oder Avastin® (Bevacizumab) in lokalen Währungen um drei Prozent auf 35,96 Milliarden Franken (ca. 24 Milliarden Euro) an. Erstmals erzielten drei Krebsmedikamente Verkäufe von jeweils über fünf Milliarden Franken (ca. 3,4 Milliarden Euro). Roche baute damit die weltweite Führungsposition in der Onkologie weiter aus.

Der Pharmakonzern, der vor wenigen Tagen im Übernahmepoker um seine Biotech-Tochter Genentech das Angebot für die Komplettübernahme auf 42 Milliarden US-Dollar gesenkt hatte (ca. 32,6 Milliarden Euro), will sich auch in Zukunft weiter auf die beiden Kerngeschäfte Pharma und Diagnostika konzentrieren. Keine Probleme erwartet Roche bei der Finanzierung des Mega-Deals: "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Genentech-Übernahme finanzieren können", versuchte Hunziker Bedenken am Markt zu zerstreuen. Die Dividende will Roche weiter erhöhen: Geplant sei eine Steigerung von neun Prozent auf 5,00 Franken (ca. 3,4 Euro) je Genussschein (Vorjahr: 4,60 Franken).

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