Ärzte Zeitung, 09.02.2009

Sandoz bekennt sich zum Standort Deutschland

Pharmahersteller fordert von Politik ein verlässliches Umfeld / Salutas schafft indirekt viele Arbeitsplätze

BARLEBEN (zie). Jeder der rund 1400 Arbeitsplätze der Salutas Pharma GmbH in Barleben bei Magdeburg sorgt für zusätzliche Beschäftigung in Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland.

Das ergab ein Gutachten, das das zu dem Pharmahersteller Sandoz gehörende Unternehmen beim Institut für Wirtschaftsforschung Halle in Auftrag gegeben hatte. "Die Salutas GmbH sorgt durch Aufträge an Unternehmen, aber auch durch Konsumausgaben pro Mitarbeiter für zusätzlich 0,8 Beschäftigte allein in Sachsen-Anhalt", so Institutspräsident Prof. Ulrich Blum. In der gesamten Bundesrepublik entstanden pro Salutas-Mitarbeiter im Durchschnitt sogar 1,3 zusätzliche Arbeitsplätze. Die Investitionspolitik von Land, Bund und Europäischer Union habe sich vollends ausgezahlt, so Blum.

Seit Gründung des Unternehmens seien mehr als 385 Millionen Fördergelder ausgereicht worden. Nach Blums Berechnungen flossen 42,2 Millionen Euro inklusive Verzinsung als Steuern an das Land zurück, 39,3 Millionen Euro vom Bund seien nach bereits fünf Jahren getilgt worden. Blum: "Damit verdient der Bund seit 2003 und das Land seit 2005 an Salutas."

Salutas zahlte 2007 rund zwölf Millionen Euro Steuern an die Gemeinde beziehungsweise das Land. "Dazu addierten sich weitere Steuereinnahmen in Höhe von 6,4 Millionen Euro, die das Land Sachsen-Anhalt durch weitere rund 1000 Arbeitsplätze außerhalb von Salutas erzielte", so Blum. Bund und andere Bundesländer profitierten zudem von 44 Millionen Euro Steuereinnahmen, die auf wirtschaftliche Impulse des Sandoz-Unternehmens in Sachsen-Anhalt zurückzuführen seien. Blum: "Insgesamt hat der Staat 2007 auf direkten und indirekten Wegen 64 Millionen Euro von Salutas eingenommen." Das freute Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff: "Wir sind stolz, dass in Sachsen-Anhalt heute eine der modernsten Pharmaproduktionen Europa beheimatet ist."

Auf die Belastungen der deutschen Generika-Industrie durch die Arzneimittelpolitik wies Wolfgang Späth, Vorstand der zur Sandoz-Gruppe gehörenden Hexal AG, hin. "Wir bekennen uns zum Standort Deutschland. Dazu erwarten wir aber auch, dass sich Deutschland zu seiner Industrie bekennt und ihr ein wettbewerblich verlässliches Umfeld bietet", sagte Späth.

Salutas produziert auf einer Fläche von 22 300 Quadratmetern Generika in Form von Tabletten, Filmtabletten oder Hartgelatinekapseln. "Unsere Produkte werden in 64 Länder exportiert", so Geschäftsführerin Antje Schleußner.

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