Ärzte Zeitung online, 06.02.2009

Geschäftsführer des Zentrums für Telematik im Gesundheitswesen ist unerwartet gestorben

NEU-ISENBURG (eb). Jürgen Sembritzki, Geschäftsführer des Zentrums für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG), ist vor kurzem plötzlich und unerwartet gestorben.

Der 1954 geborene Telematik-Experte Sembritzki studierte Informatik an der Universität Braunschweig. Früh habe er die Zeichen der Zeit erkannt, indem er sich auf medizinische Anwendungen spezialisierte, lange bevor Studiengänge für Medizininformatik an den Hochschulen etabliert waren, so Dr. Manfred Zipperer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der ZTG GmbH, in einem Nachruf. 1983 trat Sembritzki in den Dienst des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) in Köln und übernahm dort 1992 die Leitung der Abteilung für Informatik und der EDV-Beratungsstelle des ZI.

Als Projektleiter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung steuerte er die Einführung der Krankenversichertenkarte auf Seiten der niedergelassenen Ärzte in Zusammenarbeit mit Dr. O. P. Schaefer. Im Jahr 2000 wechselte er vom ZI zum 1999 gegründeten Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen in Krefeld, das er seit 2001 als Geschäftsführer leitete.

Als Projektleiter im Pilotprojekt zur Gesundheitskarte in Bochum/Essen war Sembritzki auch maßgeblich an der Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte beteiligt. Er war Visionär einer umfassenden Vernetzung des Gesundheitswesens über eine einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte, den elektronischen Arztbrief - abgesichert durch den elektronischen Heilberufeausweis.

Aufsichtsratsvorsitzender Zipperer zeigte sich in seinem Nachruf tief betroffen. Herr Sembritzki habe sich stets unermüdlich und mit höchstem Engagement für die ZTG GmbH eingesetzt und sie zu einem in Deutschland anerkannten Kompetenzzentrum gemacht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »