Ärzte Zeitung online, 11.02.2009

Pfizer will Zahlungen an Ärzte offenlegen

NEW YORK (ava). Der weltgrößte Pharmakonzern will demnächst den Großteil seiner finanziellen Beziehungen zu Ärzten und Forschern offenlegen. Vom Frühjahr 2010 an sollen alle Honorare auf der Firmen-Webseite zu finden sein.

Mit diesem Schritt will Pfizer mehr Vertrauen in seine Arbeitsweise und seine Medikamente schaffen, begründete der New Yorker Konzern den Schritt. "Diese Art von Zusammenarbeit ist ein wichtiger Teil des medizinischen Fortschritts", begründete Pfizer-Chef Jeffrey Kindler die Entscheidung.

Pfizer will unter anderem Zahlungen an Forscher für Studien der Phase I bis Phase IV offenlegen. Im vergangenen Jahr hatte der US-Konzern nach eigenen Angaben weltweit mit fast 8000 Medizinern bei mehr als 280 klinischen Studien zusammengearbeitet. Dabei flossen viele Gelder an Studienleiter und Forschungseinrichtungen. Künftig will Pfizer exakte Angaben darüber publizieren, wer Zahlungen in welcher Höhe für welche Leistung entgegengenommen hat. Auch Mahlzeiten und andere nichtmonetäre Zuwendungen sollen aufgeführt werden. Das Unternehmen, das auf einen Umsatz von mehr als 48 Milliarden Dollar (37 Milliarden Euro) kommt, gab zuletzt etwa acht Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) im Jahr für Forschung und Entwicklung aus.

Andere internationale Pharmakonzerne wie Eli Lilly und Merck & Co. aus den USA oder GlaxoSmithKline aus Großbritannien hatten ebenfalls angekündigt, in unterschiedlichem Umfang Zahlungen an Ärzte, für Redner- und Beratertätigkeiten offenzulegen.

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