Ärzte Zeitung, 09.03.2009

Merck & Co. gibt 41 Milliarden Dollar für Schering-Plough

Starke Impulse von gemeinsamer Forschung erwartet

WHITEHOUSE STATION (brs). Der US-Pharmakonzern Merck & Co. (in Europa MSD) will für 41,1 Milliarden Dollar den Wettbewerber Schering-Plough übernehmen. Die Verwaltungsräte (Boards) beider Gesellschaften befürworten die Fusion.

Dadurch entsteht ein Unternehmen mit 47 Milliarden Dollar Umsatz. Die Aktionäre von Schering-Plough sollen für eine Aktie 0,5767 Aktien von Merck & Co. erhalten und zusätzlich eine Barzahlung von 10,50 Euro. Die Schering-Plough-Aktie wird in dem Angebot mit 23,61 Dollar bewertet. Das entspricht einem Aufschlag von 34 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag oder von 44 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage. Die Aktionäre von Merck & Co. werden an der fusionierten Gesellschaft mit 68 Prozent beteiligt sein, die Schering-Plough-Aktionäre mit 32 Prozent. Merck & Co. bringt für den Deal Barmittel von etwa 18,3 Milliarden Dollar auf. Davon werden 8,5 Milliarden Dollar über Kredite finanziert, die von J. P. Morgan bereitgestellt werden.

Beide verbindet bereits eine jahrelange Partnerschaft.

Beide Unternehmen verbindet durch ihr "Cholesterin-Joint-Venture" eine jahrelange Partnerschaft. Das Joint Venture vermarktet gemeinsam die beiden Arzneimittel Ezetrol® und Inegy®, die beide den von Schering-Plough entdeckten Wirkstoff Ezetimib enthalten. Inegy® ist eine fixe Kombination des Wirkstoffs mit Simvastatin. Weltweit setzte das Joint Venture mit den beiden Präparaten im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Dollar um; das waren zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Merck & Co. übernimmt Schering-Plough also zu einem Zeitpunkt, da die Einnahmen aus dem Joint Venture nicht mehr so üppig fließen.

Einer der Gründe für die Fusion ist die Aussicht auf Kostensenkungen: Durch die Fusion sollen nach 2011 insgesamt 3,5 Milliarden Dollar jährlich eingespart werden, zusätzlich zu den laufenden Sparprogrammen beider Unternehmen. Zum anderen verspricht sich Merck-Chef Richard T. Clark, der das Unternehmen auch nach der Fusion führen wird, starke Impulse vom Zusammenlegen der Forschungsaktivitäten. Nach der Fusion werde Merck & Co. von einer hervorragenden Forschungs- und Entwicklungspipeline und von einem deutlich breiteren Produktsortiment profitieren. So kann Merck & Co. mit den Onkologika von Schering-Plough seine Präsenz in dieser Indikation deutlich ausbauen. Der neue Konzern wird weniger vom US-Markt abhängen, denn Schering-Plough erzielt 70 Prozent seines Umsatzes außerhalb der USA.

Beide Unternehmen haben ihren Deutschlandsitz nicht weit voneinander entfernt. Essex Pharma, die deutsche Tochter von Schering-Plough, residiert in München. MSD unterhält in Haar bei München außer der Deutschlandzentrale auch die Zentrale für Europa, Afrika, den Nahen Osten und Kanada.

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