Ärzte Zeitung online, 11.03.2009

Google will Online-Anzeigen auf Interessen der Nutzer zuschneiden

HAMBURG (dpa). Google will Werbung im Internet mit einem neuen Programm künftig auf die speziellen Interessen der Nutzer zuschneiden. Zunächst soll das Projekt in einer ersten Beta-Version auf den Seiten von Google, seiner Werbepartner und der Video-Plattform YouTube starten.

"Wir sind der Auffassung, dass Werbeanzeigen eine nützliche Informationsquelle darstellen, die Nutzer mit Produkten Dienstleistungen und Ideen verbinden, für die sie sich interessieren", sagte Stefan Tweraser, Marketing-Manager von Google Deutschland, am Mittwoch.

Unter dem Projektnamen "Interest Based Ads" - auf Interessen basierende Anzeigen - sollen Internet-Nutzer künftig gezielter mit Werbung angesprochen werden. Als Beispiel nennt Google einen Nutzer, der sich im August das Fußball-Trikot eines Anbieters für Sportbekleidung angesehen hat. Mit dem neuen Programm, das im April in den USA und Europa starten soll, könne der Werbetreibende diesen Kunden im Dezember gezielt mit einer Anzeige für besondere Winter-Angebote beliefern.

"Wir können die Relevanz und den Nutzen von Online-Werbung erhöhen, indem wir Zusatz-Informationen über die abgerufenen Seiten von Nutzern heranziehen" sagte Tweraser. Entsprechend der Seiten, die ein Nutzer ansteuert, werden diese Inhalte in Kategorien wie Sport, Autos oder Haustier sortiert. Aus den entsprechenden Themenbereichen erhält der Nutzer dann weitere Werbung.

Bedenken gegen die durch Google gesammelten Daten will das Unternehmen mit einem Programm für die Verwaltung der Anzeigeneinstellungen zerstreuen. Die Nutzer sollen dabei selbst die Interessen-Kategorien verwalten, sie anpassen oder bei Bedarf auch löschen können. Der "Ads Preferences Manager" werde ab sofort verfügbar sein, hieß es. Sämtliche von Google für den neuen Anzeigen- Service verwendeten Informationen würden überdies anonym ohne Angaben etwa von Namen oder Adresse über die Cookies gespeichert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »