Ärzte Zeitung online, 27.03.2009

Medizintechnik-Unternehmen fühlen sich auch in der Krise gut aufgestellt

BERLIN (eb). Die im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) organisierten Unternehmen bleiben trotz der Wirtschaftskrise gut aufgestellt und schauen optimistisch in die Zukunft. Das ist das Fazit einer aktuellen BVMed-Umfrage unter den mehr als 200 Mitgliedsunternehmen, an der sich 120 Firmen beteiligt haben. Die Umfrageergebnisse wurden auf der jüngsten BVMed-Mitgliederversammlung vorgestellt.

Lediglich vier Prozent der antwortenden BVMed-Mitglieder haben im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise in Deutschland einen Stellenabbau veranlasst. Zwar spürt ein Drittel der Unternehmen in den ersten Monaten des Jahres 2009 Umsatzeinbußen gegenüber dem guten Vorjahr, doch diese veranlassen vielmehr einen präventiven Einstellungsstopp (32 Prozent der Unternehmen) als einen Stellenabbau. Auch die Stilllegung von Produktionskapazitäten, Probleme bei der Erteilung von Krediten, der Rückzug von Investoren oder die Stilllegung von Produktionskapazitäten beziehungsweise Kurzarbeit spielen bei den BVMed-Unternehmen keine bis nur eine sehr geringe Rolle.

Ein Viertel der Firmen spürt sogar keinerlei Auswirkungen. Wahrgenommen werden vor allem allgemeine Probleme der Branche, die unabhängig von der Wirtschaftskrise seit Jahren zu beobachten sind, beispielsweise ein stärkerer Druck auf die Preise (57 Prozent) sowie eine generell angespanntere Finanzlage (43 Prozent).

Dagegen verursacht der Gesundheitsfonds Unbehagen bei den BVMed-Mitgliedsunternehmen. Die Mehrheit der Befragten forderten die Flexibilisierung der Erstattungsregelungen (66 Prozent) oder den Abbau von Innovationshemmnissen (53 Prozent), um die Rahmenbedingungen für die Unternehmen der Medizintechnologie zu verbessern.

BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt: "Wir wollen in Zeiten des Gesundheitsfonds und der Wirtschaftskrise Gesundheit gestalten statt jammern. Wir haben als MedTech-Branche die gute Chance, uns in dieser Krisenzeit als Zukunftsbranche zu positionieren, stärker auf uns als Motor der Gesundheitswirtschaft aufmerksam zu machen und die Gelegenheit zu nutzen, die Rahmenbedingungen für unsere Branche zu verbessern."

Die Interessenvertretung der verschiedenen Medizintechnik-Unternehmen übernehmen außer dem BVMed der Deutsche Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien (SPECTARIS), der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) sowie der Fachverband Elektromedizinische Technik des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

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