Ärzte Zeitung online, 05.04.2009

Manager und Betriebsrat: Opel-Investoren in Sicht

FRANKFURT/RÜSSELSHEIM (dpa). Die Suche nach Investoren für den angeschlagenen Autobauer Opel macht erste Fortschritte. "Es gibt Gespräche, es gibt eine ganze Reihe interessierter Investoren", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Samstag der dpa in Frankfurt. Die potenziellen Geldgeber stammten aus der ganzen Welt, auch mögliche Investoren aus Deutschland seien darunter.

Opel mit seinen deutschen Werken Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach will unabhängiger von der US-Mutter General Motors (GM) werden, der die Pleite droht. Geplant ist ein Unternehmen, in dem die europäischen Aktivitäten von GM gebündelt werden. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster sagte dem "Spiegel": "Wir reden darüber mit Interessenten aus der Private-Equity-Branche und mit Staatsfonds beispielsweise." Zudem hofft Opel auf staatliche Hilfe in Milliardenhöhe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bei einem Besuch am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim am Dienstag die Unterstützung der Bundesregierung zugesichert: Deutschland werde dem Autobauer mit Bürgschaften helfen, sofern sich ein Investor finde.

Einen Einstieg des Emirats Abu Dhabi, das seit März Großaktionär des Autokonzerns Daimler ist, hält Franz für unwahrscheinlich. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ/Samstag) umwirbt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) Scheichs als Investoren für Opel.

Ein Regierungssprecher bestätigte der dpa in Düsseldorf, es habe am Donnerstagabend "erste vorsichtige Sondierungsgespräche" mit Scheich Hamdan von der Königsfamilie Abu Dhabis gegeben. Ob es dabei auch um eine Beteiligung an Opel ging, wollte er nicht kommentieren. Die Gespräche sollten "nicht mit zu hohen Erwartungen überlastet" werden, sagte der Regierungssprecher.

Der "Focus" zitierte unterdessen ein namentlich nicht genanntes Mitglied der Bundesregierung mit den Worten, die ohnehin schwierige Investorensuche gerate zur "Mission impossible". Zur Begründung verwies er darauf, dass GM neben den Opel-Patenten, die als Sicherheiten für Milliardenhilfen an die US-Regierung abgetreten wurden, auch sämtliche Vermögenswerte wie Werksgelände und Fabriken der europäischen Tochter an diverse US-Banken verpfändet habe.

"Opel ist nur eine Hülle", sagte der Regierungsvertreter laut "Focus". Wer sich für einen Einstieg bei Opel interessiere, müsste demnach nicht nur mit GM verhandeln, sondern mit mehreren US-Kreditinstituten.

Betriebsratschef Franz sagte dazu, dies sei seit Ende 2008 bekannt: "Opel ist seit 80 Jahren Teil von GM, sonst hätten wir es doch nicht so schwer, eine Bürgschaft zu bekommen." Für das weitere Vorgehen sehe er wegen der Verpfändungen keine zusätzlichen Probleme.

Mögliche Insolvenz von General Motors nach US-Recht keine Gefahr für Opel

Der Europa-Chef der Opel-Mutter GM, Carl-Peter Forster, hält eine mögliche Insolvenz von General Motors nach US-Recht nicht für eine Gefahr für Opel. "Unsere Produktion und den Verkauf von Autos in Europa würde es nicht betreffen", sagte Forster dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Allerdings könnte ein Insolvenzverfahren in den USA auch Autokäufer in Europa verunsichern. Forster bestätigte, es gebe Interessenten für eine Beteiligung an dem angestrebten neuen Unternehmen, in dem die europäischen Aktivitäten von GM gebündelt werden sollen: "Wir reden darüber mit Interessenten aus der Private-Equity-Branche und mit Staatsfonds beispielsweise."

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