Ärzte Zeitung online, 09.04.2009

Verkauf von ratiopharm kann sich bis 2010 hinziehen

ULM (dpa). Der Verkauf des Merckle-Pharmaunternehmens ratiopharm kann sich bis in das erste Quartal 2010 hinziehen. Erste Gespräche mit Investoren werden nicht vor den kommenden Sommermonaten erwartet, teilte der Generikahersteller am Mittwoch in Ulm mit.

Die Treuhänder Klaus Hubert Görg und Martin Stockhausen hätten ihre Arbeit zusammen mit dem Sanierungsexperten Hans-Joachim Ziems bei der Muttergesellschaft VEM Vermögensverwaltung inzwischen allerdings aufgenommen. Sie würden einen geregelten Verkaufsprozess vorbereiten.

Die Merckle-Gruppe war Ende vergangenen Jahres auch durch die Folgen der Finanzkrise in eine finanzielle Schieflage geraten. Firmenmogul Adolf Merckle hatte sich im Januar das Leben genommen, kurz vor seinem Tod aber noch den Kompromiss mit den Banken für die Rettung seiner Unternehmen in die Wege geleitet. Dazu gehört auch der Verkauf von ratiopharm.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wurde am ratiopharm-Standort Ulm mit dem im Februar angekündigten Abbau von 200 Stellen begonnen. Entlassen würden jedoch nur 20 Mitarbeiter, hieß es. Die übrigen Stellen würden durch Ruhestandsregelungen oder Aufhebungsverträge reduziert. Einen entsprechenden Sozialplan hätten Geschäftsführung und Betriebsrat Anfang April unterschrieben. Weltweit will ratiopharm rund 600 Stellen streichen. Die Arbeitsplätze sollen im Zuge eines Sparprogramms in den nächsten 12 bis 18 Monaten abgebaut werden.

Das Pharmaunternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Für ratiopharm arbeiten mehr als 5500 Mitarbeiter, davon 2870 in Deutschland. In Ulm und Blaubeuren sind 2300 Beschäftigte tätig.

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