Ärzte Zeitung online, 14.04.2009

Bayern stellt Freiland-Versuch mit Genmais ein

MÜNCHEN/BERLIN (dpa). Nach dem Verbot des Anbaus von Genmais durch die Bundesregierung stellt die bayerische Staatsregierung auch den Freiland-Versuchsanbau ein. "Die Freilandversuche sind ad acta gelegt", sagte Agrarminister Helmut Brunner (CSU) am Dienstag. Das Agrar-Unternehmen Monsanto erwägt unterdessen rechtliche Schritte gegen das Verbot.

Eigentlich hätte in diesem Jahr auf den staatlichen Versuchsgütern in Bayern noch eine auf zehn Jahre angelegte Versuchsreihe auslaufen sollen. Der Versuch werde nun bereits nach neun Jahren beendet, sagte Brunner. "Wir wollen konsequent sein." Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) habe klare Verhältnisse in Deutschland geschaffen.

Noch keine Entscheidung gibt es nach Brunners Angaben über die Frage, ob künftig noch Versuche unter geschlossenen Treibhausbedingungen möglich sein sollen. "Wir werden jetzt die Ergebnisse der Versuchsreihe auswerten und dann weitersehen", sagte Brunner.

Unterdessen erwägt das Unternehmen Monsanto rechtliche Schritte gegen das in Deutschland verhängte Verbot von Genmais. "Sobald uns dieser Bescheid erreicht, werden wir die dortigen Argumente prüfen, und dann können wir rechtliche Schritte dagegen einleiten", sagte Monsanto-Deutschland-Sprecher Andreas Thierfelder am Dienstag. Zunächst werde der Bescheid des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abgewartet. Das Ziel sei, noch in diesem Jahr den Landwirten den Anbau zu ermöglichen, die MON 810-Saatgut gekauft hätten.

Das Unternehmen sieht dabei gute Erfolgsaussichten. "Wir gehen davon aus, dass die Chancen zur Aufhebung dieses temporären Verbots sehr hoch sind", sagte Thierfelder.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte den Anbau von genverändertem Mais der Sorte MON 810 in Deutschland verboten. Monsanto hatte 2007 eine Klage gegen ein vorübergehendes Verkaufsverbot für Saatgut von MON 810 wieder zurückgezogen.

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