Ärzte Zeitung online, 21.04.2009

Persönlich Budgets - wichtige Option der gesetzlichen Unfallversicherung

BERLIN (eb). Bislang machen nur wenige Menschen von der Option Gebrauch, zur Rehabilitation nach einem Unfall Geldleistungen statt Sachleistungen zu bekommen. Diese Möglichkeit gibt es in der gesetzlichen Unfallversicherung seit Anfang 2008. Sinn und Zweck dieses so genannten persönlichen Budgets ist ein Mehr an Selbstbestimmung.

Vom persönlichen Budget der gesetzlichen Unfallversicherung kann zum Beispiel ein Rollstuhl gekauft werden.

Vom persönlichen Budget der gesetzlichen Unfallversicherung kann zum Beispiel ein Rollstuhl gekauft werden. Foto. bilderbox©www.fotolia.de

Im Jahr 2008 wurde mehr als 900 Versicherten der gesetzlichen Unfallversicherung ein persönliches Budget genehmigt. Das geht aus Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die dem Spitzenverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), vorliegen. "Die Zahl der persönlichen Budgets steigt, insgesamt ist es aber nach wie vor selten", so DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer in einer Mitteilung des DGUV. "Wir wollen daher untersuchen, welche Hindernisse es für die Beantragung gibt und ob wir hier zusätzliche Hilfestellung geben können."

Seit Anfang 2008 können rehabilitationsbedürftige Menschen ihre Teilhabeleistungen statt als Sachleistung als Geldleistung beanspruchen, mit der sie selbstständig die Sachleistung kaufen können. Ob und wann das persönliche Budget geeignet ist, hängt von der Art der Leistung und den Umständen des Einzelfalls ab. Die Qualität der Leistung und die Versorgung dürfen nicht leiden, auch dürfen keine höheren Kosten entstehen.

"Die Unfallversicherung steht dem persönlichen Budget positiv gegenüber", so Breuer. "Denn es ist seit jeher unsere Aufgabe, die Teilhabe nach Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen und Berufskrankheiten zu fördern und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen." Allerdings gehe der Verband davon aus, dass sich gerade bei Versicherten, die bereits seit Jahren Leistungen der Unfallversicherung erhalten, vieles eingespielt habe. "Die Versicherten kommen daher vielleicht nicht auf die Idee, ein persönliches Budget zu beantragen."

Daher beteiligt sich die DGUV am Programm der Bundesregierung zur Strukturverstärkung und Verbreitung persönlicher Budgets mit dem Forschungsprojekt "Pro-Budget". Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

Untersucht wird, welche Umstände die Beantragung Persönlicher Budgets fördern oder hindern. Gleichzeitig sollen geeignete Unterstützungsmöglichkeiten entwickelt werden, die bei der Beantragung und auch dem selbstständigen Management persönlicher Budgets helfen. In der ersten Phase sollen durch einen Arbeits- oder Wegeunfall schwerstverletzte Menschen, die bereits im Leistungsbezug der Unfallversicherung stehen, aufgesucht, informiert und individuell zum persönlichen Budget beraten werden. In der zweiten Phase sollen diejenigen, die ein Persönliches Budget beantragt und genutzt haben, zu ihren Erfahrungen hierzu befragt werden.

Damit bei diesem Projekt die Interessen der betroffenen Menschen ausreichend wahrgenommen werden, steht dem Projektteam eine Vertreterin des Sozialverbandes VdK Deutschland beratend zur Seite. Die wissenschaftliche Begleitung wird durch die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sichergestellt. Erste Zwischenergebnisse werden für April 2010 erwartet.

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