Ärzte Zeitung online, 22.04.2009

Siemens schickt 19 000 Beschäftigte in Kurzarbeit

MÜNCHEN (dpa). Der Siemens-Konzern weitet die Kurzarbeit in seinen deutschen Werken wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise deutlich aus. "Derzeit haben wir 12 000 Mitarbeiter in Kurzarbeit und gehen davon aus, dass die Zahl bis Juni auf bis zu 19 000 steigen kann", sagte Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm. Wie es weitergehe, könne er derzeit nicht vorhersagen.

Ende März waren erst 7000 Siemens-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 133 000 Menschen in Deutschland. Auch andere große Unternehmen hatten in den vergangenen Wochen angekündigt, die Kurzarbeit wegen der Krise ausweiten zu müssen. Von November bis März meldeten insgesamt 62 000 Betriebe mit gut zwei Millionen Beschäftigten in Deutschland Kurzarbeit an.

Siemens schließt einen Stellenabbau bei einer lang anhaltenden Flaute nicht aus. "Betriebsbedingte Kündigungen wird es in unserem Geschäftsjahr 2009 im Zuge der Krise sicher nicht geben, das haben wir zugesagt", sagte Russwurm der "Bild"- Zeitung (Mittwochsausgabe). Das Geschäftsjahr endet bei Siemens Ende September. Für die Zeit danach legte sich Russwurm aber nicht auf einen Ausblick fest. "2010 hängt es von der Auftragslage ab. Der Kunde entscheidet."

Siemens hofft aber darauf, die Durststrecke mit der Kurzarbeit zu überstehen. "Das Instrument Kurzarbeit hilft uns sehr in der Krise", sagte Russwurm. Die ersten Mitarbeiter seien im Februar in Kurzarbeit gegangen. Deshalb sei es noch zu früh, um mit der Bundesregierung über eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes von 18 auf 24 Monate zu verhandeln.

Betroffen ist bei Siemens vor allem die Industriesparte, während die Bereiche Energie und Medizintechnik nach Angaben des Personalvorstands noch gut ausgelastet sind. Die Standorte entschieden je nach Auftragslage, ob kurzgearbeitet werden müsse.

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser hatte vor einigen Wochen vor einer längeren Durststrecke gewarnt, die eher noch zwei Jahre als zwei Quartale andauern werde. In vielen Geschäften sei der Boden noch nicht erreicht. Die Zahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres gibt Siemens in der kommenden Woche am 29. April bekannt.

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