Ärzte Zeitung, 29.04.2009

Sanofi-Aventis wächst mit Generika und Impfstoffen

PARIS (dpa). Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis verringert seine Abhängigkeit von wenigen "Blockbustern" mit Milliardenumsatz und baut das Geschäft mit Generika und Impfstoffen aus. Im ersten Quartal 2009 steigerte Sanofi-Aventis seinen operativen Gewinn um 14,9 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 2,5 Prozent auf knapp 7,11 Milliarden Euro. Trotz der Wirtschaftskrise bekräftigte das Unternehmen sein Ziel, 2009 den Gewinn pro Aktie um mindestens sieben Prozent zu steigern.
Im ersten Quartal wuchs dieser Wert um 9,8 Prozent auf 1,67 Euro.
Wegen der Schweinegrippe habe Sanofi-Aventis Mexiko Saisongrippe-Impfstoffe bereitgestellt, sagte Konzernchef Chris Viehbacher in Paris. Weil Mittel gegen die Schweinegrippe in denselben Werken hergestellt werden müssten wie klassische Grippemittel, stünden die meisten Hersteller jetzt vor einer Wahlentscheidung.

"Es gibt auch ziemlich viele Tote wegen der Saisongrippe", sagte Viehbacher. Man überlege, ob man die Produkte und damit die Fertigung kombinieren könne, doch es gebe noch technische Probleme. "Das ist alles sehr spekulativ heute."
Ohne Berücksichtigung der Erwerbungen wuchs der Generika-Umsatz im ersten Quartal um 18,3 Prozent auf 93 Millionen Euro. Mit den Zukäufen sei Sanofi-Aventis fortan der größte Generika-Hersteller in Lateinamerika, sagte Viehbacher. Zentiva biete zudem eine starke Wachstumsbasis für Mitteleuropa sowie Russland und die Türkei.

Viehbacher war 2008 von Sanofi-Aventis geholt worden, um den Pharmakonzern strategisch neu auszurichten. Der Deutsch-Kanadier war zuvor Nordamerika-Chef der Pharmasparte von GlaxoSmithKline gewesen. Die Sanofi-Aventis-Großaktionäre Total und L'Oréal wollen eine stärkere Ausrichtung des Konzerns auf die Schwellenländer und "andere mit Medizin und Gesundheit verbundene" Geschäfte. Die alten "Blockbuster" spielen aber weiter eine große Rolle. So wuchs der Quartalsumsatz des langwirksamen Analogons Insulin glargin Lantus® um 27,1 Prozent auf 747 Millionen Euro und näherte sich damit dem Umsatz des wichtigsten Konzernprodukts, dem Antithrombotikum Lovenox® (Enoxaparin) von 762 Millionen Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »