Ärzte Zeitung online, 11.05.2009

Rückgang im Tourismus um zwei Prozent erwartet

ROSTOCK (dpa). Die deutsche Tourismusbranche muss 2009 wegen der Wirtschaftskrise voraussichtlich mit einem Rückgang der Übernachtungszahlen um zwei Prozent rechnen. Davon sei vor allem der Geschäftstourismus betroffen, sagte die Vorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Petra Hedorfer, am Montag bei der Reisemesse Germany Travel Mart (GTM) in Rostock.

Dieses Segment mache rund ein Drittel aller Reisen aus dem Ausland aus. Mit Einschränkungen sei auch bei den Kurzurlauben zu rechnen. Der Bundesbeauftragte für Tourismus, Ernst Hinsken, bezeichnete die Branche dennoch als robust und als Leitökonomie der Zukunft. Die Germany Travel Mart ist mit 1400 Beteiligten die wichtigste deutsche Messe für internationale Reiseeinkäufer.

Das Statistische Bundesamt hatte im Januar bei den touristischen Übernachtungen ein Minus von 2,2 Prozent registriert, für Februar wird mit minus vier Prozent gerechnet. Im Jahr 2008 hatte die Branche noch ein Plus von zwei Prozent verzeichnet. Die Zahl der Übernachtungen von ausländischen Gästen sank in den beiden ersten Monaten des Jahres um sieben Prozent. 2008 waren insgesamt 56,5 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste gezählt worden.

Ein weiterer Indikator für die Negativentwicklung sei das Minus der Passagierzahlen von 9,4 Prozent auf den deutschen Flughäfen im März 2009. "Das Reiseland Deutschland wird 2009 eine Wachstumspause einlegen", sagte Hedorfer. Die Auswirkungen der Krise würden sich voraussichtlich aber in Grenzen halten: "Deutschland könnte das schwierige Jahr mit einer kleinen Schramme überstehen." Einige Regionen, unter anderem Mecklenburg-Vorpommern, hätten sogar im Krisenjahr 2009 noch Wachstumschancen.

Insgesamt ist nach Worten Hedorfers mit einem Minus von einem Prozent bei den Ankünften von Ausländern zu rechnen. Voraussichtlich würden zwei Prozent weniger US-Amerikaner nach Deutschland kommen, dafür könnte die Zahl der Touristen aus Asien um knapp drei Prozent zunehmen. Deutschland sei im internationalen Vergleich gut aufgestellt und könnte deshalb weniger stark betroffen sein als andere europäische Destinationen, sagte Hedorfer. Der Verband halte an dem Ziel fest, 2015 rund 66 Millionen Übernachtungen aus dem Ausland zu erzielen.

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