Ärzte Zeitung online, 26.05.2009

Finanzkrise löst 2009 neue Pleitewelle aus

DÜSSELDORF (dpa). Auf Deutschland rollt wegen der globalen Wirtschaftskrise eine neue Welle von Unternehmenspleiten zu. Bis zum Jahresende 2009 rechnet der Verband für Wirtschaftsinformationen Creditreform mit einem Zuwachs der Insolvenzen von 10 bis 15 Prozent auf mehr als 35 000 Fälle. Die Bugwelle sei noch nicht erreicht, sagte Carsten Uthoff, Vorstandschef der Creditreform, am Dienstag in Düsseldorf bei der Vorlage der Unternehmenszahlen.

Im Jahr 2003 hatten die Firmenpleiten mit knapp unter 40 000 Fällen ihren bisherigen Höchststand erreicht. Im Juli will die Creditreform, die auch als Inkasso-Unternehmen tätig ist, weitere Zahlen zur Entwicklung der Insolvenzen im ersten Halbjahr 2009 vorlegen. Vorstandsmitglied Helmut Rödl warnte zugleich vor Panikmache im Insolvenzgeschehen.

Forderungsausfälle weisen nach weiteren Angaben der Creditreform in der deutschen Wirtschaft inzwischen einen steigenden Trend auf. Allein im vergangenen Jahr seien es über 40 Milliarden Euro gewesen. 2009 rechnet der Marktführer von Wirtschaftsinformationen in Europa mit einem Wert von deutlich darüber.

Immer mehr Mittelständler nutzten in der Krise den regelmäßigen Verkauf von Forderungen (Factoring), um schneller an ihr Geld zu kommen. Factoring werde bei Mittelständlern inzwischen als alternatives Finanzierungsinstrument immer beliebter. Mit Zuwachsraten von 35 Prozent stecke sehr viel Dynamik in diesem Geschäft. 2008 hatte Creditreform von den Unternehmen 765 Millionen Euro Forderungen abgekauft, einen Zuwachs von 37 Prozent.

Insgesamt erzielte die Wirtschaftsauskunftei im vergangenen Jahr mit 4500 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 520 Millionen Euro. Das war ein Anstieg von knapp 3 Prozent. Mit der Gründung einer Niederlassung in China im Herbst 2008 verfügt Creditreform jetzt über ein Netz von 21 eigenständigen Gesellschaften in 21 Ländern. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds mit einem leichten Umsatzplus.

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