Ärzte Zeitung online, 28.05.2009

Noch mehr Krankenlisten bei Daimler

BREMEN/STUTTGART (dpa). Der Stuttgarter Autokonzern Daimler hat in seinem Bremer Werk unzulässigerweise noch mehr Krankendaten gespeichert als bislang bekannt. Bei einer internen Kontrolle seien weitere neun Listen aus sieben Abteilungen mit illegal gesammelten Krankendaten gefunden worden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch.

Die Sprecherin betonte aber, dass es keine Anweisung des Unternehmens gab, solche Listen zu führen. "Das war ein Fehlverhalten von einzelnen Führungskräften."

   Der Datenschützer des Autokonzerns hatte eine Prüfung im Werk Bremen veranlasst, nachdem dem Sender Radio Bremen vor fünf Wochen eine CD mit Daten von 40 Mitarbeitern zugespielt worden war. Diese hatte Informationen über Krankheitsdauer und Krankheitsgründe der Beschäftigten enthalten. "Wir bedauern, dass es zu solchen Verstößen gekommen ist", sagte die Sprecherin des Unternehmens. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, konnte sie nicht sagen.

Insgesamt arbeiten in den sieben Abteilungen ihren Angaben zufolge 900 Beschäftigte. Eine Systematik bei der Anfertigung der Listen mit Krankendaten sei nicht zu erkennen. Was die einzelne Führungskraft mit dem Material beabsichtigt habe, sei bislang nicht geklärt. Über die Konsequenzen sei noch nicht entschieden, sagte die Sprecherin.

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