Ärzte Zeitung online, 04.06.2009

Zwei Milliarden Euro für Medikamentenentwicklung

EU-Kommission und europäische Pharmaindustrie küren 15 Forschungsprojekte für schnelleren Markteintritt

BRÜSSEL (spe). Die europäische Pharmaindustrie hat zusammen mit der Kommission der Europäischen Union (EU) die ersten 15 Forschungsprojekte ausgewählt, die dazu dienen sollen, neue Medikamente innerhalb Europas schneller zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

EU-weit soll schneller an Arzneien geforscht werden.

Foto: Pfluegl©www.fotolia.de

Für die Projekte wollen die Partner im Rahmen der Innovativen Medizininitiative (IMI) 246 Millionen Euro bereitstellen. Die Vertragsverhandlungen zu den Projekten sollen im November abgeschlossen sein.

Die Europäische Kommission werde rund 110 Millionen Euro beisteuern, während die europäische pharmazeutische Industrie (EFPIA) 136 Millionen Euro zu dem Projekt beitrage, teilten die Partner mit. Die Forschungsprojekte hätten zum Ziel, Krankheitsbilder wie Diabetes, Schmerzerkrankungen, schweres Asthma und psychische Störungen besser zu verstehen und die Sicherheit der zu ihrer Behandlung notwendigen Arzneimittel zu erhöhen.

Bei der als öffentlich-private Partnerschaft konzipierten Initiative werden erstmals die Ressourcen von miteinander konkurrierenden Pharmafirmen zusammengeführt, um biomedizinische Forschungsprojekte unter Beteiligung von Patientengruppen, Hochschulen und Interessenvertretern zu fördern.

Die Mittel der Kommission sollen dabei ausschließlich kleineren und mittleren Unternehmen sowie den Patientenorganisationen und den wissenschaftlichen Forschern zugute kommen, während die pharmazeutischen Großunternehmen ihre Beteiligung aus den von der EFPIA zur Verfügung gestellten Geldern bezahlen.

Das gesamte IMI-Budget für den Zeitraum von 2008 bis 2013 beträgt zwei Milliarden Euro: eine Milliarde aus dem Forschungshaushalt der EU und eine Milliarde Euro von der Wirtschaft.

Ab Herbst 2009 wollen die Partner über Projektvorschläge aus der Onkologie, der Diagnose von ansteckenden sowie chronisch entzündlichen Krankheiten sowie zum Wissensmanagement beraten.

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