Ärzte Zeitung online, 19.06.2009

apoBank-Chef Preuß ruft Ärzte zu mehr Geschlossenheit auf

DÜSSELDORF (ger). Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) erwartet für das laufende Geschäftsjahr trotz der Finanzkrise einen Gewinn etwa in Höhe des Vorjahres. Das hat Vorstandssprecher Günter Preuß bei der Vertreterversammlung des genossenschaftlichen Kreditinstituts angekündigt.

apoBank-Chef Preuß ruft Ärzte zu mehr Geschlossenheit auf

Günter Preuß Vorstandssprecher der apoBank.

Foto: Heike Herbertz

2008 hat die Bank einen Bilanzgewinn von knapp 60 Millionen Euro erzielt. Aus dem Gewinn 2008 werden an die Anteilseigner, etwa 100 000 Mitglieder der Bank, sechs Prozent Dividende ausgeschüttet. Das werde auch im kommenden Jahr voraussichtlich möglich sein, sagte Preuß.

Für Preuß war es nach gut 14 Jahren im Vorstand, davon die letzten fünf Jahre als Vorstandssprecher, die letzte Vertreterversammlung der mit Abstand größten kreditgenossenschaftlichen Bank in Deutschland. Er scheidet Ende des Monats altersbedingt aus dem Vorstand aus. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende, Zahnarzt Dr. Wilhelm Osing, trat nicht zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat an. Preuß rief in seinem Bericht die Ärzte zu mehr Geschlossenheit auf. "Nur so entziehen Sie dem Spaltpilz der Politik den Boden", so Preuß.

Das Ziel, mit einer morbiditätsorientierten Honorierung in Euro das Honorar leistungsgerecht und transparent zu machen, sei mit der Honorarreform eindeutig nicht erreicht worden, sagte Preuß weiter. Es werde Gewinner und Verlierer geben, "aber nicht existenzbedrohende Abweichungen", prophezeite der Vorstandssprecher. Sicherheit werde es aber erst nach Vorlage der endgültigen Zahlen des ersten, vielleicht sogar erst des zweiten Abrechnungsquartals geben. Die Frage einer Abschaffung des Kollektivvertragssystems sollten sich die Ärzte aber sehr gut überlegen, meinte Preuß. "Wenige wollen wirklich raus aus dem Kollektivvertrag", sagte Preuß weiter.

Und dann stelle sich die Frage: "Was handeln sich die Ärzte ein, wenn die Erosion des KV-Systems fortschreitet?" Ob am Ende die Rechnung aufgehe, werde sich zeigen. Er empfehle den Ärzten jedenfalls, "ihr Seelenheil nicht für ein Linsengericht zu verkaufen". Bei einer Spaltung der Ärzte wären am Ende die Krankenkassen die Gewinner - Verlierer wären die Ärzte und auch die Patienten, so Preuß. Selektivverträge seien eine Ergänzung, nicht die Alternative zum Kollektivvertrag.

Für Fachkreise :
"Die Einzelpraxis wird weiter Bestand haben"

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