Ärzte Zeitung, 01.07.2009

Eisai eröffnet Europazentrale in England

Die Hoffnungen auf den europäischen Markt sind bei dem japanischen Pharmaunternehmen Eisai groß. Jetzt wurde die Europazentrale bei London eingeweiht.

Von Antonia von Altenw

Etwa 260 Forscher werden künftig in den Laboren der Eisai-Zentrale in Hatfield arbeiten. Am Eröffnungstag führte der Chef der Neurologie-Forschung Dr. Takehiko Miyagawa die Ehrengäste durch die neuen Gebäude.

Foto: Eisai

Zehn Jahre lang war geplant und seit 2007 gebaut worden, am vergangenen Freitag war es dann so weit: Die neue Europazentrale des japanischen Pharmakonzerns Eisai wurde feierlich in Hatfield im Norden von London eröffnet. Das nach eigenen Angaben zweitgrößte Pharmaunternehmen Japans und Nummer 23 in der Welt hat viel Geld dafür in die Hand genommen: Umgerechnet 117 Millionen Euro kostete der Gebäudekomplex, in dem zunächst 500 Mitarbeiter tätig sein werden, Platz ist jedoch für 1000.

Allein etwa 260 Mitarbeiter werden in Hatfield in den neuen Forschungslaboren arbeiten, die übrigen in der Produktionsanlage und den Verwaltungsgebäuden. Seit 1988 betreibt Eisai in Europa Niederlassungen und ist kontinuierlich gewachsen. Die Medikamentenherstellung hatte Eisai bisher in Produktionsstätten der Mitbewerber Pfizer und Janssen-Cilag ausgelagert. Ab August wird nun in Hatfield produziert.

Eisais Forschungsschwerpunkt ist Demenz und M. Alzheimer. Das meistverkaufte Präparat ist das Alzheimer-Medikament Aricept® (Donepezil) mit einem weltweiten Umsatz von 2,12 Milliarden Euro. Der Patentschutz des Präparats läuft 2010 in den USA und 2012 in Europa aus. Nummer 2 ist der Protonenpumpeninhibitor (PPI) Pariet® (1,12 Milliarden Euro). Das neueste Produkt, das im April die EU-Zulassung bekam, ist das Antiepileptikum Zebinix® (Eslicarbazepinacetat). Die Substanz ist zur Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien bei Erwachsenen zugelassen.

Umgerechnet etwa eine Milliarde Euro hat das Unternehmen im Jahr 2008 in Forschung und Entwicklung investiert. Die Pipeline ist gut bestückt. In den nächsten Jahren hofft das Unternehmen, einige neue Präparate auf den Markt zu bringen, darunter Medikamente zur Therapie bei M. Alzheimer, Epilepsie, Multipler Sklerose, Krebs und Präparate gegen starke Schmerzen.

Die Hoffnungen auf den europäischen Markt sind bei Eisai groß. Deutschlandchef Andreas Wiegand hält es für realistisch, dass der bisherige Europa-Anteil am Jahresumsatz von Eisai von aktuell 6,5 Prozent auf über 10 Prozent gesteigert werden kann. Im vergangenen Jahr hat Eisai das US-Biotechunternehmen MGI Pharma übernommen und damit seine Onkologiesparte gestärkt.

Auch in Zukunft ist Konzernchef Haruo Naito offen für weitere Firmen-Übernahmen. Mega-Fusionen lehnt er jedoch ab. Für Eisai interessant könnten jedoch kleinere Firmen mit einer interessanten Pipeline sein. "Auch Generika-Hersteller aus Schwellenländern können wir uns als Partner vorstellen," sagte Naito am Freitag der "Ärzte Zeitung".

Lesen Sie dazu auch:
"In Deutschland gibt es keine Planungssicherheit"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »