Ärzte Zeitung online, 30.06.2009

Arbeitslosenzahl sinkt - Quote jetzt bei 8,1 Prozent

NÜRNBERG (dpa). Trotz eines leichten Rückgangs der Jobsuchenden hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juni verschärft. Zwar waren nach Berechnungen von Experten mit 3,41 Millionen Menschen rund 50 000 weniger ohne Job als im Vormonat. Für einen Juni falle der Rückgang aber ungewöhnlich schwach aus, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der dpa.

Im Schnitt der vergangenen drei Jahre war die Arbeitslosenzahl zum Sommeranfang noch um rund 130 000 gesunken. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag in Nürnberg bekanntgeben.

Im Mai lag die Zahl der Arbeitslosen bei 3 458 000. Die Quote nahm um 0,4 Punkte auf 8,2 Prozent ab.

Auch im Vergleich zum Vorjahr wird die Entwicklung deutlich: Seit Juni 2008 sind weitere 250 000 Menschen arbeitslos geworden. Allerdings weichen die Berechnungen der Experten teils stark voneinander ab: Während Deutsche Bank und DZ-Bank immerhin von einem Rückgang um 75 000 beziehungsweise 70 000 im Vergleich zum Mai ausgehen, erwarten HypoVereinsbank und Allianz ein Minus von nur etwa 30 000. Bei den saisonbereinigten Zahlen sehen die Volkswirte einen Anstieg um rund 30 000 - mit Ausnahme der Allianz, die ein Plus von 70 000 für möglich hält. Einig sind sich die Experten jedoch darin, dass der Arbeitsmarkt die Rezession spätestens im Herbst deutlich zu spüren bekommt.

   Dass die Arbeitslosenzahlen derzeit noch sinken, ist den Experten aus Wirtschaft und Verwaltung zufolge vor allem der massenhaften Kurzarbeit zu verdanken. "Die Kurzarbeit dürfte weiter abfedernd wirken, aber wenn die Unternehmen keine dauerhafte Perspektive sehen und etwa die Auftragseingänge nicht steigen, dann werden Entlassungen sehr schnell folgen", warnte DZ-Bank-Analyst Philipp Jaeger. Viele Fachleute erwarten, dass die Wirkung der auf 24 Monate verlängerten Kurzarbeit im Herbst ausgereizt sein wird.

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