Ärzte Zeitung, 17.07.2009

So gut wie keine Nachfrage nach Basistarif bei Hallescher

Privatversicherer weist seit Jahresbeginn bei über einer halben Million Policeninhabern nur 152 Abschlüsse auf

OBERURSEL (frk). Trotz des geringen Anklangs, den der Basistarif derzeit findet, schließt die Hallesche Krankenversicherung nicht aus, dass die Zahl der Versicherten noch ansteigen wird.

"Es gibt garantiert noch Menschen, die trotz der Versicherungspflicht noch nicht versichert sind sowie Versicherte, die den Basistarif zum Versichererwechsel nutzen werden", sagt Wiltrud Pekarek, Vorstand der Halleschen Krankenversicherung. Zudem würden Versicherte aus anderen Tarifen, die ihre Beiträge nicht zahlen, in den Basistarif rutschen.

Bisher sind bei dem privaten Krankenversicherer nur 152 Personen im Basistarif versichert. 124 davon hatten zuvor keine Krankenversicherung, 28 sind aus anderen Tarifen der Hallesche in den Basistarif gewechselt. Zum Vergleich: Ende 2008 hatte der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit insgesamt 543 024 Versicherte im Bestand.

Dem Basistarif mangele es an Attraktivität, so Dr. Walter Botermann, Vorstandsvorsitzender des Alte Leipziger-Hallesche Konzerns. "Die Leistungen sind begrenzt, und die Prämien hoch", sagt er. Bei der Halleschen hat bisher nur ein Kunde den Basistarif genutzt, um zu einem anderen Versicherer zu wechseln.

Es sei noch zu früh, die Kosten des Basistarifs für die Hallesche abzuschätzen, sagt Pekarek. Bisher sei es wie erwartet bei einigen Basistarif-Versicherten zu Beitragsausfällen gekommen. Auch zeichne sich ab, dass die Inanspruchnahme von Leistungen im Basistarif höher ist als in anderen Tarifen.

Die Zahl der Vollversicherten bei der Halleschen stieg 2008 um 3,1 Prozent auf 220 808. Die Bruttobeitragseinnahmen kletterten um 5,1 Prozent auf 920,7 Millionen Euro (wir berichteten kurz). Rund 60 Prozent des Wachstums ist auf das Neugeschäft zurückzuführen, der Rest auf Beitragsanpassungen. Die Hallesche Krankenversicherung erzielte einen Überschuss nach Steuern von 104,9 Millionen Euro.

Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen erhöhten sich um 6,4 Prozent auf 533,9 Millionen Euro.Die Hallesche versucht, steigenden Kosten mit einem Gesundheitsmanagementsystem beizukommen. Neben zahlreichen Disease und Case Management-Programmen bietet der Versicherer seit 2007 ein Präventionsprogramm namens "Gesund leben" an. Dabei geben medizinische Fachkräfte den Versicherten Tipps, wie sie ihren Lebenswandel ändern können, um chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck vorzubeugen. Von 10 000 Versicherten, denen die Hallesche die Teilnahme am Pilotprojekt angeboten hat, machte jeder Fünfte mit. Nach einem Jahr haben 76 Prozent der Teilnehmer ihr Verhalten positiv geändert und ihre Teilnahme am Programm verlängert.

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