Ärzte Zeitung online, 19.08.2009

Generikaanbieter Mepha steht zum Verkauf

ULM/AESCH (dpa). Der zur Merckle-Gruppe gehörende Schweizer Generikahersteller Mepha soll verkauft werden. Das Bankhaus Rothschild sei damit beauftragt worden, verschiedene Optionen zu prüfen, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch am Firmensitz in Aesch im Kanton Basel-Landschaft. Der Verkauf hänge mit der Eigentümerstruktur zusammen. Die Familie Merckle halte die Mehrheit der Anteile. Weitere Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 379 Millionen Schweizer Franken (249 Millionen Euro). In der Schweiz, wo das Unternehmen hauptsächlich Generika verkauft, lagen die Erlöse bei umgerechnet 167 Millionen Euro. Neben Generika stellt Mepha aber auch Originalpräparate zur Behandlung von Malaria her. Weltweit verfügt das Unternehmen über rund 1000 Beschäftigte, davon rund 480 in der Schweiz.

Die Merckle-Gruppe war Ende 2008 unter anderem wegen Aktienspekulationen und der Finanzkrise in eine finanzielle Schieflage geraten (wir berichteten). Firmenmogul Adolf Merckle hatte sich daraufhin im Januar 2009 das Leben genommen. Sein Sohn Ludwig Merckle übernahm die Merckle-Gruppe und veräußert derzeit Unternehmensteile.

Auch der Ulmer Generikahersteller ratiopharm soll verkauft werden. Derzeit werde der Verkauf vorbereitet, im Herbst sollen dann Gespräche mit potenziellen Käufern geführt werden, sagte eine ratiopharm-Sprecherin. Das Pharmaunternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Für ratiopharm arbeiten rund 5500 Mitarbeiter, davon 2870 in Deutschland.

Topics
Schlagworte
Unternehmen (10923)
Personen
Adolf Merckle (48)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »