Ärzte Zeitung online, 19.08.2009

Erster Bahnbetreiber macht Schluss mit Alkohol in Zügen

GÖTTINGEN/UELZEN (dpa). Als erstes Eisenbahnunternehmen in Deutschland will die private Gesellschaft Metronom in den nächsten Monaten ein absolutes Alkoholverbot in ihren Zügen verhängen. Der Grund: Trinkende Fans hinterlassen Unmengen Müll, belästigen andere Reisende, verursachen Sachbeschädigungen und attackieren immer häufiger auch das Zugpersonal, wie Sprecherin Tatjana Festerling am Mittwoch sagte. Metronom-Züge verkehren zwischen Göttingen und Uelzen und verbinden Hamburg mit mehreren anderen Städten.

Mit dem Alkoholverbot werde auch ein Verbot von Glasflaschen kommen, sagte die Sprecherin. Der Sachschaden, den betrunkene Fußball-Fans in Metronom-Zügen anrichten, betrage mehr als 500 000 Euro pro Jahr, Tendenz steigend. Hinzu kommen die Kosten für die Beseitigung der Unmengen von Müll, die in den Waggons liegen blieben, sagte die Metronom-Sprecherin.

Bei der Kundschaft stoßen die geplanten alkoholfreien Züge offenbar auf große Zustimmung. Von 5000 Fahrgästen hätten sich 4200 nachdrücklich für ein Alkoholverbot ausgesprochen, sagte Festerling.

   Für die Deutsche Bahn dagegen ist ein Alkoholverbot "derzeit kein Thema". Dann müsse man auch den Konsum "eines gepflegten Glases Wein" oder eines Bieres im ICE-Speisewagen verbieten, sagte eine Sprecherin. Die Beförderungsbedingungen böten auch ohne Verbot die Möglichkeit, gegen Randalierer und extrem alkoholisierte Fahrgäste vorzugehen.

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