Ärzte Zeitung online, 21.08.2009

Mehr Insolvenzen in Nahrungsmittelindustrie

BERLIN (dpa). Die Wirtschaftskrise hat in der Ernährungsindustrie zu wegbrechenden Exporten und zahlreichen Insolvenzen geführt. Im ersten Halbjahr 2009 sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Nahrungsmittelindustrie um rund 20 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2008 gestiegen.

Dies liege vor allem am bisherigen Wachstumstreiber Export, der im ersten Halbjahr um 6,1 Prozent gesunken sei, berichtete die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie am Freitag in Berlin.

Der Preiskampf im Einzelhandel hat außerdem einen Umsatzeinbruch in der Ernährungsindustrie verursacht. Im ersten Halbjahr 2009 sanken die Umsätze im Vorjahresvergleich um knapp 4 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro, berichtete der Verband. Dies gehe vor allem auf die aggressiven Preissenkungen im Einzelhandel zurück. Die Abgabepreise an den Handel seien im Juli 2009 um rund 4 Prozent niedriger als im Juli 2008 gewesen. Die Discounter hätten nicht davon profitiert, sondern nur die Verbraucher.

Neben den baltischen Staaten, Irland und Portugal sei der Preisverfall bei Lebensmitteln in Deutschland im EU-Vergleich am stärksten. Die Ernährungsindustrie rechnet mit weiteren Preissenkungen im Handel. Produktion und Absatz blieben trotz der Krise aber weitgehend stabil.

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