Ärzte Zeitung online, 09.09.2009

Siemens erwartet Durststrecke im Industriegeschäft

MÜNCHEN (dpa). Der Mischkonzern Siemens rechnet mit einer längeren Durststrecke in seinem wichtigen Industriegeschäft. Die Märkte dürften auf absehbare Zeit das Niveau des letzten Boomjahres 2008 nicht erreichen, kündigte Finanzchef Joe Kaeser am Mittwoch in einer Präsentation auf einer Analystenveranstaltung an. Siemens habe die Kosten entsprechend heruntergefahren.

Derzeit sind Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit, in besonders hart getroffenen Sparten wie der Lichttochter Osram läuft ein Umbau. Dafür muss Siemens im laufenden vierten Quartal rund 100 Millionen Euro aufwenden.

Das Industriegeschäft steht bei Siemens für die Hälfte des Umsatzes, zweites großes Standbein ist die Energietechnik. Diese hatte sich vergleichsweise lange stabil gehalten, leidet aber auch seit einigen Monaten unter rückläufigen Bestellungen. Die Medizintechnik als kleinstes Standbein hält sich trotz des schwächelnden US-Marktes weiter gut.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, das Ende des Monats endet, beließ Kaeser unverändert. Er erwartet im Kerngeschäft einen Gewinn von mindestens 6,6 Milliarden Euro. Von seinem ursprünglichen Gewinnziel von mehr als 8 Milliarden Euro hatte sich Siemens zwischenzeitlich aber schon verabschiedet.

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