Ärzte Zeitung online, 18.09.2009

Uni Göttingen kooperiert mit Biotech-Unternehmen

GÖTTINGEN (eb). Die Georg-August-Universität Göttingen hat einen Lizenzvertrag mit dem schweizerischen Biotechnologieunternehmen IPT Pharma AG abgeschlossen. Das teilte die Technologietransferorganisation der Göttinger Universität, die MBM ScienceBridge, die den Vertrag vermittelt hat, jetzt mit.

Gegenstand des Vertrages ist ein in Göttingen entwickeltes neuartiges biotechnisch hergestelltes MeCP2 Protein sowie dessen Herstellung und Verwendung. Die IPT Pharma, ein erst kürzlich gegründetes Biotechnologieunternehmen, entwickelt Proteintherapien zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen. So soll das MeCP2 Protein auf einen möglichen Einsatz zur Therapie des RETT-Syndroms getestet werden. Beim RETT-Syndrom handelt es sich um eine nicht therapierbare genetische Krankheit, die in erster Linie Mädchen betrifft und zu geistiger Behinderung führt. 

Lesen Sie dazu auch:
Bald Protein-Therapie bei Rett-Syndrom möglich?

[24.09.2009, 18:14:08]
Gabriele Wagner 
Äußerst unglücklich formuliert
Bereits am 19. September schickte uns eine Leserin und Mutter einer vom Rett-Syndrom betroffenen Tochter den folgenden Kommentar. Auch dieser Kommentar bezieht sich auf den vormals letzten Satz des Artikels ("Obwohl die Krankheit selten ist, führt sie zu erheblichen Belastungen für das Gesundheitssystem"), den wir breits gelöscht haben (siehe auch Kommentar von Arno Zimmermann und Kommentar von Gabriele Wagner).

Am 18.09.2009 veröffentlichten Sie auf Ihrer Internet-Plattform den Beitrag "Uni Göttingen kooperiert mit Biotech-Unternehmen" betr. Protein-Therapie bei Rett-Syndrom. Den Schlusssatz "Obwohl die Krankheit selten ist, führt sie zu erheblichen Belastungen für das Gesundheitssystem" halte ich für äußerst unglücklich formuliert und problematisch, da aus ihm allzuleicht ein im negativen Sinne öffentliches Stimmungsbild erzeugt werden kann, das den Menschen mit Rett-Syndrom weder gerecht wird, geschweigedenn für sie hilfreich ist. Es ist unbestritten, dass durch das Krankheitsbild Rett-Syndrom Kosten für das Gesundheitssystem entstehen und eine Therapie, sollte sie erfolgreich sein, dem entgegen wirken könnte. Wir haben allerdings ein Sozialsystem, das auch die durch Menschen ohne Behinderungen verursachte Kranheiten und deren Folgen wie Alkoholismus, schweres Übergewicht, Rauchen, Drogenmissbrauch, sog. Zivilisationskrankheiten etc.pp. trägt - ebenfalls hohe Kosten, die bei Menschen mit Rett-Syndrom überhaupt nicht zum Tragen kommen. Was sollte dieser Schlusssatz letztlich zum Ausdruck bringen? "Ein Schelm, der böses dabei denkt". Ich hoffe, er war mit dem Wunsch für einen weiteren erfolgreichen Forschungsverlauf in Richtung Therapie verbunden, da er vor allem den Menschen und Familien helfen wird, um die es hierbei geht. Denn diese sollten dabei im Mittelpunkt des Gedankens stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Judith Hamann
Mutter einer 22-jährigen Tochter mit Rett-Syndrom
2005 - 2008 Vorsitzende der Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom in Deutschland e.V. zum Beitrag »
[23.09.2009, 17:12:49]
Gabriele Wagner 
Missverständlicher Satz entfernt
Wir haben den Satz "Obwohl die Krankheit selten ist, führt sie zu erheblichen Belastungen für das Gesundheitssystem", der ursprünglich am Artikelende stand, inzwischen gelöscht. Gemeint war, dass trotz der Forschungskosten die betroffenen Kindern und ihre Familien darauf hoffen und darauf warten, dass eine geeignete Therapie gegen die Krankheit gefunden wird.
Der Satz hat dies aber nicht zum Ausdruck gebracht und war missverständlich. Darauf haben uns mehrere Leserinnen und Leser aufmerksam gemacht, wofür wir uns bedanken(siehe unten auch Kommentar von Arno Zimmermann). zum Beitrag »
[22.09.2009, 18:50:06]
Gabriele Wagner 
Äußerst missverständlich formuliert
Per E-Mail erreichte uns der folgende Kommentar evon Arno Zimmermann, Vater eines Mädchens mit Rett-Syndrom:

Den Satz "Obwohl die Krankheit selten ist, führt sie zu erheblichen Belastungen für das Gesundheitssystem" am Artikelende, halte ich für äußerst missverständlich formuliert, da aus ihm allzu leicht ein negatives Stimmungsbild erzeugt werden kann, da:
- Anstrengungen für unsere Mitmenschen mit Handikaps rein unter Kostenrelevanz zu sehen sind.
- nie und nimmer ein Forschungsansatz im humanitätren Bereich die Kostenersparnis sein kann. Das ließe ja den Gedanken zu, dass man aus Kostengründen eine Einstellung von Forschungen begründet.

Ich hoffe, sie wollten nicht dies zum Ausdruck bringen, sondern hoffentlich, dass vor allem den Mädchen und Frauen mit Rett-Syndrom und ihren Familien geholfen werden kann, sowie mit dem Ansinnen verbunden, dass unser Sozialstaat trotz der dafür hohen Forschungsressourcen, dazu verpflichtet ist. Und dass er letztlich den Leser darauf hinweisen möge, dass es für diese schicksalhafte Erkrankung Zukunftperspektiven gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Arno Zimmermann
Vater einer 17-jährigen Tochter mit Rett-Syndrom
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