Ärzte Zeitung, 28.10.2009

ifo-Institut rechnet mit 4,1 Millionen Arbeitslosen

MÜNCHEN (dpa). Die Arbeitslosenzahl wird im nächsten Jahr in Deutschland nach Erwartungen des ifo-Instituts auf durchschnittlich 4,1 Millionen Menschen steigen. Er rechne mit einer substanziellen Erhöhung der Arbeitslosigkeit, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn anlässlich des ifo-Branchen-Dialogs in der IHK-Akademie in München. Das sind etwa 230 000 weniger als noch im Juni prognostiziert. "Die Zunahme der Arbeitslosigkeit in den USA ist noch nicht zum Stillstand gekommen und solange das nicht passiert ist, wage ich noch keine Entwarnung zu geben", sagte Sinn mit Blick auf den deutschen Markt.

"Das dicke Ende auf dem Arbeitsmarkt steht uns noch bevor", sagte auch Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. "Die Stimmung schwankt zwischen den Branchen extrem." Die Abwrackprämie sei eine "Sonderkonjunktur" für die Autoindustrie gewesen. "Diese Absatzvolumina werden im nächsten Jahr fehlen", sagte Driessen weiter. Der Maschinenbau befinde sich weit unter dem Durchschnitt und eine Prognose für die Baubranche wollte er nicht abgeben, das hänge vom Winter ab.

"Vielen Firmen wird die Luft ausgehen und sie werden Personal abbauen müssen", sagte Sinn, der von einer vorherrschenden Kreditklemme sprach. Driessen vermied zwar das Wort, sagte aber ebenfalls: "Die Finanzierungsbedingungen haben sich seit Jahresbeginn 2008 für immer mehr Unternehmen verschlechtert." Laut der IHK-Konjunkturumfrage hätten damals 15 Prozent der befragten Firmen in Bayern eine Finanzierungsmisere beklagt. Im Frühsommer 2009 seien es dagegen schon 24 Prozent und im Herbst über 26 Prozent gewesen, die angegeben hätten, dass die Kreditversorgung schlechter geworden sei.

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