Ärzte Zeitung online, 03.11.2009

In der Krise Zahl der Patentanmeldungen gesunken

NÜRNBERG (dpa). Die angespannte Wirtschaftslage wirkt sich auch auf die Patentanmeldungen aus. Das deutsche Patent- und Markenamt erwartet für dieses Jahr 58 000 Anmeldungen von Schutzrechten, das sind sieben Prozent weniger als 2008.

Allerdings falle der Rückgang sehr moderat aus, sagte Sprecherin Stephanie Krüger im Vorfeld der Internationalen Erfindermesse IENA am Dienstag in Nürnberg. Viele Firmen würden trotz der Krise in die Forschung und die Entwicklung von Innovationen investieren.

Die Erfindermesse registriert dieses Jahr eine Rekordbeteiligung: Von Donnerstag bis Sonntag sind 800 Erfindungen von Ausstellern aus 33 Ländern zu sehen.

"Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass den Innovationen Platz gegeben wird", sagte Messeveranstalter Heiko Könicke. Vor allem für private Erfinder sei die Messe häufig "das Tor zum Markt". Zu sehen gibt es in Nürnberg sowohl Hightech-Innovationen im Bereich der Energiewirtschaft oder der Medizintechnik als auch praktische Alltagshilfen.

Nach Erhebungen des Patent- und Markenamtes werden die sogenannten freien Erfinder immer zurückhaltender bei der Patentanmeldung. Weniger als zehn Prozent der Anmeldungen aus dem Inland kommen dieses Jahr von Menschen, die privat oder als Einzelunternehmen ihre Erfindung schützen lassen wollen. "Das ist alarmierend", sagte Krüger, zumal die Zahlen seit Jahren rückläufig seien.

Die hohen Kosten, die bei der Anmeldung von Schutzrechten und vor allem bei der Beauftragung eines Patentanwalts auf den Erfinder zukommen, wirkten abschreckend, glaubt Friedhelm Limbeck, der dem Erfinderverein SIGNO angehört. Viele Erfinder seien "frustriert" über den großen finanziellen und zeitlichen Aufwand. Gleichwohl müssten die Erfinder die Wirtschaftskrise als Chance begreifen, da die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Produkten und Ideen steige. "Ein kluger Unternehmer versucht sein Unternehmen zu retten, indem er Innovationen auf den Markt bringt", sagte Limbeck.

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