Ärzte Zeitung online, 04.11.2009

Datenschützer bewerten umstrittene Bluttests

STUTTGART (dpa). Datenschützer wollen bis Ende der Woche einen Schlussstrich unter die Bluttest-Affäre beim Daimler-Konzern ziehen. Man habe sich von der Personalabteilung und dem ärztlichen Dienst das Vorgehen erklären und vorführen lassen, sagte Datenschutz-Referent Walter Krämer am Dienstag der dpa in Stuttgart.

Es seien noch schriftliche Spezifizierungen und Unterlagen angefordert worden. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der Autobauer bei Jobanwärtern Blut abnehmen lässt - auch wenn sie noch keine feste Zusage für eine Stelle in der Tasche haben.

Die Rechtslage ist nach Krämers Worten unklar. "Es geht um die Abwägung des Interesses des Arbeitgebers, einen gesunden Arbeitnehmer einzustellen, gegen das Interesse des Arbeitnehmers an einer Anstellung, ohne viel über seine Privatsphäre preisgeben zu müssen." Dieser Konflikt sei von Arbeitsgerichten noch nicht entschieden worden. "Wir müssen uns jetzt dazu eine Auffassung bilden."

Bis zum Freitag werde das Vorgehen des Unternehmens konkret bewertet und gegebenenfalls beanstandet. Krämer rechnet damit, dass Daimler sich freiwillig an die Empfehlungen hält. Das sei zumindest die Erfahrung aus anderen Fällen: dem illegalen Führen von Krankenlisten im Werk Bremen und der Weitergabe von Ergebnissen aus Gesprächen mit Krankheitsrückkehrern an nicht berechtigte Kollegen.

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