Ärzte Zeitung, 23.11.2009

Anlagen-Kolumne

Vorsicht bei spekulativen Aktien mit schlechten Finanzkennzahlen!

Es ist kurios: Schlechte Aktien schneiden derzeit besser ab als solide Wertpapiere. Von Dauer dürfte dieser Trend aber nicht sein.

Von Jens Ehrhardt

Die vergangenen zwei Börsenjahre sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wenig die Aktienkurse mit den Unternehmensgewinnen zu tun haben. Aktiengesellschaften, bei denen die Zahlen miserabel sind und die Hoffnung auf bessere Geschäftszahlen in immer weitere Ferne rückt, haben sich in diesem Jahr in den meisten Fällen wesentlich stärker im Kurs verbessert als solide Aktien. Je schlechter die Ertragslage und die Bilanz bei Aktien und je schlechter die Bonitäten bei Anleihen, desto größer war die Erholung. Ein solcher Trend kann natürlich nicht von Dauer sein.

Ein ähnliches Erholungsmuster gab es schon 2003. Damals folgten vor allem im Bereich spekulativer Aktien kräftige Erholungen auf die Rückgänge der internationalen Aktienindizes. Auch damals wurde die Erholung zunächst mit "nur liquiditätsmäßig bedingt" abgetan. Im Verlauf des Jahres 2004 lieferten viele Unternehmen dann jedoch die fundamentale Untermauerung der erholten Aktienkurse nach.

Die große Frage ist, ob auch diesmal der Kurserholung bei spekulativen Aktien eine fundamentale Erholung folgt, bei der höhere Unternehmensgewinne und bessere Bilanzen quasi nachgeliefert werden. Tatsächlich scheint die Situation diesmal anders. Vieles spricht dafür, dass die massiven Überkapazitäten zahlreicher Branchen auf absehbare Zeit hin nicht nennenswert zu reduzieren sind. Viele Unternehmen werden weiterhin vergeblich darauf warten, dass sich die Absatzmengen nennenswert erhöhen oder Preissteigerungen am Markt durchzusetzen sind.

Zusammenfassend dürften spekulative Aktien mit schlechten Bilanzen und hohen Bewertungen in Bezug auf Gewinn und Substanz künftig schlechter als der Rest des Marktes abschneiden. Die Schere aus übertriebenen Bewertungen spekulativer Aktien und schlechten Finanzkennzahlen wird sich auf absehbare Zeit nicht durch eine Verbesserung der Geschäftstätigkeit schließen lassen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Diabetes-Risiken sind alarmierend häufig

Mehr als 21.000 Passanten in Einkaufszentren haben in den vergangenen zehn Jahren bei der Aktion "Gesünder unter 7" ihr Diabetes-Risiko abklären lassen. Die Ergebnisse sind dramatisch. mehr »

"Man schafft viel"

Anja Junker ist "Ärztin ohne Grenzen": Vier Einsätze in Afrika und Südamerika hat die 43-Jährige für die Organisation absolviert. Manche brachten sie an die Grenze der Erschöpfung. mehr »

Lösung für Hygienemuffel

Ärzte in Kliniken sind anscheinend oft größere Hygienemuffel als ihre Patienten. Denn sie desinfizieren sich seltener die Hände – gerade in sensiblen Bereichen. mehr »