Ärzte Zeitung online, 23.11.2009

Gewerkschaft gegen Nullrunde bei Chemietarifen

HANNOVER/WIESBADEN (dpa). Mit einer Doppelforderung nach höheren Gehältern bei gleichzeitiger Sicherung der Arbeitsplätze geht die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) in die kommende Tarifrunde der Chemieindustrie.

Zusätzlich verlangte der Gewerkschaftsvorstand am Montag in Hannover gute Berufsperspektiven für die Auszubildenden. Eine Prozentzahl zu den Entgeltsteigerungen soll erst nach weiteren Beratungen in den regionalen Tarifkommissionen beschlossen werden.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) reagierte in Wiesbaden abweisend auf die Forderungen. In der Tarifrunde werde es ausschließlich um die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise gehen, wobei es einen Vollkaskoschutz gegen Entlassungen nicht geben könne, erklärte BAVC-Hauptgeschäftsführer Hans Paul Frey. Zusätzliche Belastungen dürfe es für die Unternehmen angesichts niedriger Auslastung und hoher Steigerung der Lohnstückkosten nicht geben. Für Entgeltsteigerungen gebe es keinen Spielraum. Die Arbeitgeber stellten auch die zusätzlichen tariflichen Leistungen für Kurzarbeiter in Frage. Die Zuschussregelung müsse überprüft werden.

Die Gewerkschaft betonte hingegen den Anteil der Arbeitnehmer, die mit Kurzarbeit und Nutzung der tariflichen Öffnungsklauseln einen hohen Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet hätten. Eine Steigerung der Kaufkraft der Arbeitnehmer sei auch volkswirtschaftlich sinnvoll, begründete der Vorstand seine Forderungsempfehlung, die nun in den Regionen beraten werden soll. "Eine Nullrunde wird es mit uns nicht geben", heißt es in dem Papier.

Die Chemietarifverträge gelten laut IG BCE für rund 550 000 Beschäftigte in den elf Tarifregionen. Die Verträge enden zwischen Ende März und Ende Mai. Der Verhandlungsauftakt ist für das Frühjahr vorgesehen, aber noch nicht terminiert.

Forderungen der Gewerkschaft: http://tinyurl.com/yj4j9ss

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