Ärzte Zeitung online, 09.12.2009

Studiengebühr führt nicht zu Massenflucht

BERLIN (dpa). Die in sechs unionsgeführten Bundesländern erhobenen Studiengebühren haben bislang nicht zu einer Massenflucht von Studienanfängern in gebührenfreie Länder geführt. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamts.

Hamburg und Baden-Württemberg verzeichneten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2008 im Vergleich zu 2005 trotz Einführung der Gebühren jeweils einen weiteren Zugewinn an Studenten - während dieser in Bayern allerdings deutlich zurückging. In Nordrhein-Westfalen schlug der 2005 noch erzielte Wanderungsgewinn im Studienjahr 2008 sogar in einen Wanderungsverlust um.

Bundesländer, die keine Studiengebühren erheben, verzeichneten zwischen 2005 und 2008 sowohl Wanderungsgewinne als auch Verluste. Vor allem die ostdeutschen Bundesländer gaben erneut mehr Abiturienten an andere Länder ab - als sie im Gegenzug anwerben konnten. Die Aussagen für Baden-Württemberg werden aber durch die Statusanhebung der Berufsakademien leicht verzerrt. Die 10 000 Anfänger an den Akademien werden seit vergangenem Jahr zu den Studienanfängerzahlen an wissenschaftlichen Hochschulen hinzugerechnet.

Die Einnahmen der Hochschulen aus allgemeinen Studiengebühren, Langzeitgebühren bei Überschreitung der Regelstudienzeit oder auch Rückmelde- und Prüfungsgebühren beliefen sich 2007 auf über eine Milliarde Euro - und waren damit 2,6 mal so hoch wie 2006. In diesem Jahr waren erstmals allgemeine Studiengebühren erhoben worden. Zugleich gingen zwischen 2005 und 2007 die Aufwendungen des Staates für die Grundmittel der Hochschulen um 400 Millionen auf 16,8 Milliarden Euro zurück.

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