Ärzte Zeitung online, 16.12.2009

Beiersdorf schafft Bluttests für Bewerber ab

HAMBURG (dpa). Der Kosmetik-Konzern Beiersdorf schafft einem Zeitungsbericht zufolge generelle Bluttests bei Bewerbern wieder ab. "Bei Beiersdorf werden ab sofort Blut- oder Urinuntersuchungen nur noch dann vorgenommen, wenn dies im Hinblick auf die konkreten Anforderungen der künftigen Tätigkeit entsprechend den gesetzlichen Vorgaben oder berufsgenossenschaftlicher Empfehlungen vorgesehen ist."

So wird die Konzernsprecherin Claudia Fasse in der "Welt" (Mittwochausgabe) zitiert. Dies sei zum Beispiel bei Tätigkeiten in den Forschungseinrichtungen oder in den Labors der Fall. Hintergrund des Schrittes ist die öffentliche Debatte über Einstellungsuntersuchungen.

So hatte bereits im November der Stuttgarter Autobauer Daimler angekündigt, bei der Einstellung neuer Mitarbeitern teilweise auf die umstrittenen Bluttests zu verzichten. Labortests würden zunächst nur noch durchgeführt, wenn dies für den Arbeitsplatz zwingend notwendig sei, hieß es.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sagte der Zeitung: "Ich halte es für unzulässig, Bluttests als Standardmaßnahme bei allen Bewerbern durchzuführen." Dennoch hält Schaar die Regeln der Berufsgenossenschaften zu gesundheitlichen Untersuchungen insgesamt für angemessen. Er könne es nachvollziehen, wenn für wenige Berufe nach dem Infektionsschutzgesetz Beschäftigte ein amtliches Gesundheitszeugnis vorlegen müssten. "Es wäre nicht hinzunehmen, wenn etwa ein an Hepatitis erkrankter Koch Lebensmittel verarbeitet", sagte Schaar.

Artikel in der Welt "So checken die Dax-Konzerne ihre Bewerber durch"

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Datenschützer: Bluttests bei Daimler unzulässig

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