Ärzte Zeitung online, 28.12.2009

Merck-Chef Kley sieht Potenzial für Zukäufe bei Pharma und Chemie

MÜNCHEN (dpa). Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA prüft derzeit Akquisitionen für das Kerngeschäft. "Ich kann mir Zukäufe in beiden Bereichen - in Pharma und in der Chemie - im Prinzip gut vorstellen", sagte Karl-Ludwig Kley, der Chef des Merck-Konzerns, der "Süddeutschen Zeitung" (Montag).

"Wir könnten das auch finanzieren, größere und kleinere Akquisitionen", sagte Kley weiter und fügte an: "Aber es muss auch wirklich passen." Vor zwei Jahren hatte der Dax-Konzern Merck die schweizerische Pharmafirma Serono für mehrere Milliarden Euro übernommen, nachdem der Kauf des Berliner Pharmakonzerns Schering gescheitert war.

Zu den Schwierigkeiten von Merck in der Pharmasparte - das wichtige Onkologikum Erbitux® (Cetuximab) erhielt zuletzt keine Zulassung  - sagte Kley: "Dass unser Medikament Erbitux nicht für die Indikation Lungenkrebs zugelassen worden ist, hat uns doch sehr erstaunt. Wir sind nach wie vor von der Wirksamkeit des Mittels überzeugt." Es sei zwar ein Rückschlag für Merck, aber Kley zeigte sich zuversichtlich und sagte: "Das ist nicht schön, aber es beunruhigt mich nicht." Es werde geprüft, welche Möglichkeiten es noch gebe. Die Strategie werde aber nicht geändert. Merck habe derzeit 30 Medikamente in der Entwicklung.

Zu den jüngsten Renditerückgängen im Geschäft mit Flüssigkristallen - einer der wichtigen Gewinnbringer -  erklärte Kley: "Umsatzrenditen von dauerhaft über 50 Prozent sind in keinem Geschäft der Welt möglich. Ich schließe die Rückkehr in diese Regionen aus." Er fügte aber an: "Derzeit sind wir bei etwa 30 Prozent Rendite. Ich bin überzeugt, dass das Renditeniveau im nächsten Jahr bei den Flüssigkristallen wieder höher wird." Die Flüssigkristalle würden Merck noch lange Freude machen.

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