Ärzte Zeitung online, 06.01.2010

Kakerlaken in US-Küche von Lufthansa-Tochter

NEU-ISENBURG/DENVER (dpa). Wegen krabbelnder Kakerlaken in einer ihrer Küchen in den USA hat die Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs zwei Mitarbeiter gefeuert. Der Generaldirektor und der Küchenchef der Filiale in Denver seien nach Aufdeckung der Hygienemängel entlassen worden, teilte die Zentrale der LSG Sky Chefs am Dienstag in Neu-Isenburg bei Frankfurt mit.

Mit dem Essen aus der Küche seien vor allem US-Fluglinien beliefert worden, jedoch auch ein täglicher Lufthansa-Flug nach Frankfurt. Eine US-Behörde habe Ende 2009 bei Routinekontrollen unter anderem lebende Küchenschaben entdeckt.

"Der Vorfall in Denver ist ein isolierter Einzelfall", betonte Sky-Chefs-Sprecherin Kerstin Lau. Ihren Angaben zufolge gibt es auch aus Denver weder Hinweise auf "Probleme bei der Produktqualität" noch "auf lebensmittelbedingte Krankheiten". Der Kontrollbericht der US-Behörde listet 14 Mängel auf. Demnach sind in der Küche neben toten und lebenden Kakerlaken auch Fliegen und Ameisen entdeckt worden.

Mindestens 40 Küchenschaben tummelten sich während der Überprüfung in Besteckkästen. Die Kontrolleure kritisierten auch den Umgang mit Speisen: "Angestellte verarbeiten Essen mit den bloßen Händen oder mit dreckigen Handschuhen", heißt es in dem am 10. Dezember 2009 verfassten Mahnschreiben. Die Klassifizierung der Küche wechselte von "anerkannt" zu "vorläufig". Die von den Denver Sky Chefs belieferten Airlines sind darüber informiert worden.

Wie Sprecherin Lau berichtete, hat Sky Chefs in den USA noch 43 weitere Standorte. "Wir überprüfen jetzt überall intern", sagte sie. Berater würden bei der Einführung neuer Qualitätsstandards helfen. Per Mitteilung ließ die Firma versichern: "Lebensmittelhygiene und Sicherheit sind beständiger Fokus in unserem Unternehmen. Nichts ist wichtiger für uns als die hohe Qualität unserer Produkte und die Sicherheit unserer Kunden."

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